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Todesschütze George Zimmerman: Tatwaffe bringt auf makabrer Auktion sechsstelligen Betrag

Er erschoss einen unbewaffneten 17-Jährigen: George Zimmerman. Der Nachbarschaftswächter hat die Tatwaffe bei einer Auktion angeboten - und nun ein Höchstgebot von 135.000 US-Dollar "für den guten Zweck" bekommen. Doch noch ist unklar, ob das Gebot echt ist.

Mit dieser Waffe erschoss George Zimmerman den unbewaffneten 17-jährigen Trayvon Martin. Nun bekommt sie einen neuen Besitzer.

Mit dieser Waffe erschoss George Zimmerman den unbewaffneten 17-jährigen Trayvon Martin. Nun bekommt sie einen neuen Besitzer.

Die makabre Internet-Versteigerung der Pistole, mit der 2012 in den USA ein unbewaffneter schwarzer Jugendlicher von einem Nachbarschaftswächter getötet wurde, ist beendet. Ob die Waffe allerdings bereits verkauft wurde, blieb bis Donnerstagmorgen (Ortszeit) unklar.

Der frühere Nachbarschaftswächter George Zimmerman prüfe verschiedene Angebote und kläre, ob die Anbieter das Geld zum Kauf der Waffe zur Verfügung hätten, hatte am Vorabend die Organisation United Gun Group erklärt, die die Versteigerung auf ihrer Website organisierte.

Höchstgebot bei 135.000 US-Dollar

Die Auktion war zeitweise offenbar von falschen Anbietern gekapert worden, die die Angebote in astronomische Höhen von bis zu rund 65 Millionen Dollar (57,5 Millionen Euro) trieben. Das letzte Angebot vor Schließung der Auktion lag nach US-Medienberichten dann bei 138.000 Dollar und stammte von einem gewissen John Smith. Ob dieses Angebot gültig war, blieb jedoch zunächst unklar.

Nach Angaben der United Gun Group, eines Forums für Waffenliebhaber, wurde dieses Angebot auf einer "falschen Auktionsseite" platziert. Die Verwirrung entstand offenbar dadurch, dass die Gruppe die Waffe parallel in zwei verschiedenen Versteigerungen angeboten hatte: Eine Auktion war für Bieter, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen mussten, die andere für das allgemeine Publikum.

George Zimmerman: Waffen-Auktion für "gute Zwecke"

Zimmerman sagte der Zeitung "Orlando Sentinel", die Auktion habe es ihm ermöglicht, Geld für "gute Zwecke" aufzutreiben. Er hatte in den vergangenen Tagen angekündigt, er wolle den Erlös teilweise für den Kampf gegen die nach seiner Darstellung von der Aktivistenbewegung Black Lives Matter (Das Leben von Schwarzen zählt) ausgehende Gewalt gegen Polizisten verwenden. Bei der Waffe handelt es sich um eine Neun-Millimeter-Pistole des Herstellers Kel-Tec.

Zimmerman hatte die Waffe als "ein Stück amerikanische Geschichte" angepriesen. Der heute 32-Jährige hatte damit im Februar 2012 den 17-jährigen Trayvon Martin nahe Orlando im US-Bundesstaat Florida erschossen, als dieser auf dem Heimweg war. Nach Darstellung Zimmermans soll ihn der Teenager ihn zuerst attackiert haben. Außerdem bestritt der Schütze vehement, den Jugendlichen wegen seiner Hautfarbe ins Visier genommen zu haben.

Freispruch wegen Norwehr

Die Polizei ließ Zimmerman damals zunächst laufen. Dabei berief sie sich auf ein Gesetz, das Bürgern in Florida ein weitgehendes Selbstverteidigungsrecht einräumt. Erst nach einer Protestwelle wurde Zimmerman angeklagt. Die Geschworenen stuften den Fall aber als Notwehr ein und sprachen ihn frei. Der Fall löste landesweite Proteste und eine hitzige Debatte über Rassismus aus.

tkr / AFP