Gerichtsbeschluss in Rom Finanzjongleur Homm darf vorerst nicht an USA ausgeliefert werden


Das juristische Tauziehen um den Ex-Hedgefonds-Manager Florian Homm geht weiter. Ein Gericht in Italien stoppte die Auslieferung des Deutschen, dem in den USA 200 Jahre Gefängnis drohen.

Die Auslieferung des mutmaßlichen Anlagebetrügers Florian Homm an die USA ist erneut ausgesetzt worden. Das Verwaltungsgericht in Rom gab dem Einspruch gegen den Auslieferungsbeschluss für den früheren deutschen Hedgefonds-Manager vorerst statt, wie Homms Anwalt Mario Zanchetti am Freitag sagte. Die Unterschiede zwischen dem italienischen und dem US-Rechtssystem sowie die Multiple-Sklerose-Erkrankung seines Mandanten seien bei dem Auslieferungsbeschluss nicht ausreichend berücksichtigt worden, hatte Zanchetti argumentiert. In einer weiteren Anhörung soll nun am 23. April entschieden werden, ob die Auslieferung für einen längeren Zeitraum ausgesetzt wird.

Europäischer Gerichtshof als letzter Rettungsanker

#link;http://www.stern.de/wirtschaft/news/trotz-ms-erkrankung-milliardenjongleur-homm-wird-an-usa-ausgeliefert-2082347.html;Das italienische Justizministerium hatte zuvor entschieden, dem Auslieferungsersuchen der USA stattzugeben, nachdem die Auslieferung bereits Mitte März 2014 einmal gestoppt worden war.# Der 54-jährige Manager, der unter anderem mit Investitionen beim Fußball-Club Borussia Dortmund bekannt wurde, soll nach Ansicht der US-Justiz Investoren um 200 Millionen Dollar gebracht haben, indem er den Wert von Aktien künstlich nach oben trieb und seine Bestände verkaufte. In den USA droht Homm eine Haftstrafe von mehr als 200 Jahren.

Um das zu verhindern, will sein Anwalt sich als letztes Mittel auch an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wenden. Seiner Ansicht nach verstößt die Auslieferung gegen die Europäische Menschenrechtskonvention.

Homm bleibt bis zu einer endgültigen Entscheidung in Untersuchungshaft in Pisa. Dort kann er wegen des laufenden Auslieferungsverfahrens weiter festgehalten werden. Homm war im März vergangenen Jahres nach fünf Jahren auf der Flucht bei einem Besuch der Uffizien in Florenz festgenommen worden.

mod/DPA DPA

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