HOME

Gerichtsprozess gegen Wettermoderator: Kein guter Tag für Jörg Kachelmann

Wie glaubwürdig ist das mutmaßliche Opfer Silvia May? Während Gutacher die Frage unterschiedlich beantworten, sind die Aussagen von zwei Polizistinnen eindeutig - zum Nachteil von Jörg Kachelmann.

Von Malte Arnsperger

Richter in einem Strafprozess hören Zeugen an, um herauszufinden, wie eine Tat abgelaufen sein könnte. Der eine Zeuge war näher an dem Geschehen, der andere weiter weg. Der eine Beobachter hat ein gutes Gedächtnis, der andere nicht. Jeder schildert seine subjektiven Wahrnehmungen. Keine leichte Aufgabe für die Richter, da die Wahrheit herauszufinden. Noch schwieriger wird es, wenn bei einer angezeigten Tat nur der mutmaßliche Verbrecher und das angebliche Opfer dabei waren. Wie im Fall des Wettermoderators Jörg Kachelmann, der seine Ex-Freundin Silvia May (Name von der Redaktion geändert) vergewaltigt haben soll. Seine Richter am Landgericht Mannheim müssen sich mangels weiterer Tatzeugen mit indirekten Beobachtern behelfen. Trotzdem können auch solche Aussagen wichtige Anhaltspunkte liefern - an diesem fünften Verhandlungstag sind das keine guten für Jörg Kachelmann.

Zwei Polizistinnen, die Silvia May mehrfach vernommen haben, sollten vor Gericht von ihren Eindrücke berichten. In welcher Verfassung war das mutmaßliche Opfer? An was konnte sie sich erinnern? Und vor allem: Wie glaubwürdig schien May zu sein? Das sind die entscheidenden Fragen in diesem Verfahren. Zum einen, weil Kachelmann alle Vorwürfe abstreitet. Zum anderen, weil über die Glaubwürdigkeit seiner Ex-Geliebten ein heftiger Gutachterstreit entbrannt ist.

"Fix und fertig" sei das angebliche Opfer gewesen

Offensichtlich unbelastet von diesem Gutachter-Hickhack traten die Polizeibeamtinnen vor Gericht auf. Am Morgen des 9. Februar, nur wenige Stunden nachdem Jörg Kachelmann sie vergewaltigt haben soll, sei Silvia May in Begleitung ihrer Mutter bei der Polizei erschienen. Während die Mutter auf dem Flur des Reviers gesessen und aufgeregt von einer "Person des öffentlichen Lebens" und einem "furchtbaren" Geschehen geredet habe, sei ihre Tochter 45 Minuten lang über die Nacht mit Jörg Kachelmann befragt worden. "Fix und fertig", sei May gewesen, "ihr ganzer Körper hat vibriert", ständig habe sie geweint, sagte eine Polizistin.

"Sie hat sehr emotional reagiert, als sie über die Vergewaltigung gesprochen hat", berichtete die Beamtin aus Mays Wohnort Schwetzingen. "Sie hat erwähnt, dass sie Schmerzen am Oberschenkel verspürt. Und in einer Nachvernehmung hat sie gesagt, dass diese wohl vom Draufsetzen des Beschuldigten herrühren." Angesprochen auf den angeblichen Täter sei es May sehr "peinlich" gewesen, als sie den Namen des TV-Wettermanns genannt habe. "Enttäuscht" sei die 37-Jährige zudem darüber gewesen, dass Kachelmann sie jahrelang betrogen habe. Verachtung habe sie aber nicht verspürt, so die Ermittlerin.

Ihre Kollegin berichtete, May sei bei einer Video-Befragung Ende März fast zu schwach gewesen, um die Treppen im Polizeirevier hochzulaufen. "Es ging ihr wirklich sehr schlecht." May habe von ihrer "Todesangst" während der angeblichen Tat berichtet und geschildert, wie sie gebetet und sich auf sich selber konzentriert habe, als sie ihre Chancenlosigkeit bemerkt habe. Deshalb, so die Einschätzung der Polizistin, habe May Details der eigentlichen Handlung ausgeblendet. "Ich hatte den Eindruck, dass ihre Ängste viel belastender für sie waren als die sexuelle Handlung."

Kachelmann schickt durchdringende Blicke

Während die Beamtin all das schilderte, ruhte ein durchdringender Blick auf ihr: Nach vorne gelehnt, mit dem Kinn auf die Hand gestützt, verfolgte der Wettermoderator Kachelmann diese Äußerungen. Kein Wunder, schließlich gehen exakt in diesem Punkt die Meinungen der Gutachter und der Prozessparteien weit auseinander. In den psychologischen Befragungen hat Silvia May die angebliche Vergewaltigung offensichtlich wenig detailreich, eher statisch geschildert. Während Günther Seidler, Psychologe von Silvia May, das mit einer Traumatisierung seiner Patientin erklärt, hält der vom Gericht beauftragte Psychiater Hans-Ludwig Kröber diese Schlussfolgerung für falsch. Kachelmanns Verteidiger jedenfalls sprechen Silvia May jegliche Glaubwürdigkeit ab.

Die Polizistinnen sehen das anders. Frage der Richter: "Hatten sie den Eindruck, dass die Frau nicht die Wahrheit gesagt hat?" Einhelliges Urteil der Beamtinnen: "Nein." Beide gaben an, bereits mehrfach Befragungen von Vergewaltigungsopfern geleitet zu haben. Eine Steilvorlage für Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock: Mit aggressiven Fragen versuchte er, eine der beiden Polizistinnen in die Defensive zu drängen und Zweifel an ihrer Kompetenz zu schüren. Brüsk wiesen das sowohl die Richter als auch die Staatsanwälte zurück. In einer Verhandlungspause kommentierte Birkenstock die Aussagen der Beamtinnen: "Eine subjektive Bewertung ist eine subjektive Bewertung. Mehr nicht."

"Kachelmanns Version ist nicht einleuchtend"

Subjektiv urteilte auch ein Amtsrichter aus Mannheim über den Fall Kachelmann. Siegfried Reemen hatte den 52-jährigen Schweizer kurz nach dessen Festnahme am 24. März angehört. "Nicht einleuchtend" sei ihm Kachelmanns Version der fraglichen Nacht gewesen, meinte der Richter in der heutigen Verhandlung. So habe Kachelmann erst behauptet, weder ein Messer noch Mays Tampon angefasst zu haben. Nur auf Nachfrage, habe sich der Wettermoderator korrigiert, er könne dies nicht ausschließen. Zweifel am Tatverdacht befielen Reemen auch in den folgenden Wochen nicht, weshalb er für Kachelmann stets Haftfortdauer anordnete. Erst das Oberlandesgericht Karlsruhe ließ den Journalisten Ende Juli frei.

Kachelmann wird noch bis mindestens Dezember warten müssen, bis endgültig über sein Schicksal entschieden ist. Erst dann, so die neue Planung des Mannheimer Gerichts, wird ein Urteil gesprochen. Es ist eben ein schwieriges Unterfangen - bei so vielen subjektiven Eindrücken.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.