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Gerichtsurteil in Rosenkrieg: Liebhaber muss Erotikfotos der Ex löschen

Was passiert mit Erotikfotos, die ein Mann von seiner Freundin gemacht hat, wenn die Beziehung zerbricht? Ein Gericht entschied nun, welche Bilder der Ex löschen muss und welche er behalten darf.

Pikante Fotos können nach dem Ende einer Beziehung für Streit sorgen

Pikante Fotos können nach dem Ende einer Beziehung für Streit sorgen

Verliebte fotografieren sich gerne und manche nicht nur angezogen. Schließlich können erotische Fotos der Partnerschaft zusätzliche Würze verleihen. Doch wenn die Beziehung zerbricht, möchte mancher die Nacktfotos lieber nicht mehr in den Händen des Ex sehen. Was dann?

Das Oberlandesgericht Koblenz hat nun einen besonders pikanten Fall entschieden. In dem Fall verklagte eine Frau ihren Ex-Freund, der beruflich als Fotograf arbeitet. Dieser hatte von der damaligen Freundin - mit deren Zustimmung - zahlreiche Fotos und Filmaufnahmen gemacht und diese in digitaler Form gespeichert. Darunter befanden sich auch intime Aufnahmen. Nachdem zwischen den Beiden Schluss war, versuchte die Frau auf dem Klageweg alle Fotos löschen zu lassen. Der Fotograf willigte zwar ein, die Aufnahmen niemandem zugänglich zu machen, behalten wollte er sie aber schon.

Nicht alle Fotos müssen gelöscht werden

Die Richter entschieden nun, dass der Fotograf alle intimen Aufnahmen seiner Verflossenen vollständig löschen muss (Az. 3 U 1288/13). Das Persönlichkeitsrecht der Frau sei hier höher zu bewerten sei als das Eigentumsrecht des Fotografen, argumentierten die Richter. Die Einwilligung zu den intimen Aufnahmen sei zeitlich auf die Dauer der Beziehung beschränkt gewesen. Zudem könne die Frau die Einwilligung auch widerrufen.

Anders beurteilten die Richter solche Fotos, die die Frau bekleidet in Alltags- und Urlaubssituationen zeigten. Diese Bilder darf der Fotograf behalten. Seine Ex hatte versucht, auch diese Fotos löschen zu lassen. Die Aufnahmen seien aber in geringerem Maße geeignet, das Ansehen der Frau zu beeinträchtigen, argumentierte das Gericht. Es sei allgemein üblich, dass man solche mit Einwilligung geschossenen Party- oder Urlaubsfotos dauerhaft besitzen und nutzen dürfe.

Daniel Bakir
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