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Gerichtsurteil: Lebenslang für Jessicas Eltern

Jetzt ist das Urteil rechtskräftig: Die Eltern von Jessica müssen ein Leben lang hinter Gitter. Das Hamburger Paar hatte seine siebenjährige Tochter im vergangenen Jahr qualvoll verhungern lassen.

Die Eltern der im Vorjahr in Hamburg qualvoll verhungerten Jessica müssen eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes in Tateinheit mit Misshandlung von Schutzbefohlenen verbüßen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, wie das Hamburger Oberlandesgericht mitteilte. Der BGH hat die Revision der Eltern gegen das Urteil des Landgerichts Hamburg vom November 2005 als offensichtlich unbegründet verworfen. Damit ist dieses Urteil rechtskräftig.

Die Eltern hatten ihre siebenjährige Tochter monatelang wie eine Gefangene ohne ausreichend Essen und Trinken in einem verdunkelten Zimmer in ihrer Hochhauswohnung gehalten. Das völlig verwahrloste Mädchen aß zuletzt Teppichreste und ihre eigenen Haare. In der Nacht zum 1. März 2005 erstickte Jessica an ihrem eigenen Erbrochenen. Das Mädchen wurde wenige Tage später unter großer Anteilnahme der Hamburger Bevölkerung beerdigt. Auch Bürgermeister Ole von Beust kam zur Beisetzung.

Behörden hätten besser kooperieren können

Der Fall sorgte zusätzlich für Schlagzeilen, da die Eltern mit einem Umzug das Kind völlig der Kontrolle der Hamburger Behörden entzogen hatten. Experten stritten darüber, ob Jessica noch leben könnte, wenn die Schul- und Jugendbehörden besser kooperiert hätten.

Alle Parteien in der Hamburger Bürgerschaft vereinbarten im Vorjahr einen besseren Schutz für Kinder. Ein inzwischen eingeführtes Zentrales Schulregister, das ähnliche Fehler der Behörden wie im Fall Jessica verhindern soll, ist vor kurzem auf Widerstand der Grünen gestoßen, da dieses Register auch die Kinder illegal in Hamburg lebender Ausländer erfasst.

DPA / DPA