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Gerichtsurteil: Rechenschwäche + Schlechte Mathenoten = Sitzenbleiben

Leidet ein Schüler an einer Rechenschwäche, so muss dies bei Versetzungsentscheidungen nicht beachtet werden. Das Verwaltungsgericht Braunschweig fällte dazu ein wegweisendes Urteil.

Auch bei einer Rechenschwäche sind Zensuren in Mathematik gerechtfertigt. Wenn Schüler unter der als Dyskalkulie bezeichneten Schwäche leiden, müssen Lehrer dies bei der Versetzung nicht berücksichtigen. Zu dieser am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung kam das Verwaltungsgericht Braunschweig.

Geklagt hatte eine 13 Jahre alte Schülerin einer sechsten Realschulklasse im Kreis Wolfenbüttel. Sie leidet unter Dyskalkulie und besucht eine Therapie bei einem Privatinstitut. Die Schule hatte es unter Berufung auf die schulrechtlichen Regelungen abgelehnt, die Mathenote bei Versetzungsentscheidungen außer Acht zu lassen. (Az 6 A 204/12)

Die Schule sei zu Recht davon ausgegangen, dass das geltende Schulrecht einen entsprechenden Notenschutz nicht vorsieht, argumentierte das Gericht. Auch das Grundgesetz gebe dafür keine Grundlage, weder in Bezug auf Chancengleichheit noch auf das Benachteiligungsverbot für Behinderte.

Die Schülerin wollte mit ihrer Klage erreichen, dass die Schule sie von den allgemeinen geltenden Leistungsanforderungen befreit. Dies wäre aber eine Bevorzugung, urteilte das Gericht.

juho/DPA / DPA
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