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Gerwald Claus-Brunner: Mordkommission ermittelt - beging der Piraten-Politiker vor seinem Tod ein Verbrechen?

Noch ist der mutmaßliche Suizid von Gerwald Claus-Brunner nicht aufgeklärt. Die "Bild"-Zeitung berichtet über neue Erkenntnisse zum Tod des Piraten-Politikers. Es geht um den zweiten Mann, der tot in Claus-Brunners Wohnung gefunden wurde.

Gerwald Claus-Brunner

Der Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner im Jahr 2011

Der mutmaßliche Suizid des Berliner Piraten-Politikers beschäftigt weiter die Mordkommission. Jetzt berichtet die "Bild"-Zeitung, dass der mutmaßlichen Selbsttötung ein schweres Verbrechen vorausgegangen sein soll. Demnach soll Claus-Brunner zuvor einen Mann missbraucht und getötet haben. Der 44-Jährige soll den Mann in dessen Wohnung umgebracht und ihn dann in seine Wohnung in Steglitz-Zehlendorf transportiert haben. Die Leiche des mutmaßlichen Opfers war neben der von Claus-Brunner gefunden worden. Das Opfer soll 1987 geboren worden sein. Weitere Details wurden nicht bekannt.

Die Berliner wollte sich auf Anfrage des stern zunächst nicht zu dem Bericht äußern. In einer Pressemitteilung am Nachmittag bestätigte sie lediglich den Suizid von Claus-Brunner und dass der zweite Tote mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen wurde - und dies offenbar schon vor mehreren Tagen. Mehrere Medien beriefen sich in Artikeln über den Fall auf den Bericht der "Bild"-Zeitung, der nicht dementiert wurde.

Claus-Brunner gehörte zu den Pionieren der Partei

Die Piraten hatten am Montag erklärt, dass Claus-Brunner sich wohl selbst getötet habe, weil er krank gewesen sei. Die Polizei habe der Partei mitgeteilt, dass wohl weder ein Unfall noch Fremdverschulden vorliege. "Genauere Umstände sind uns nicht bekannt; allerdings wussten wir von einer unheilbaren Erkrankung."

Claus-Brunner gehörte zur Berliner Piraten-Fraktion, die 2011 als erste Fraktion der Partei in einen Landtag einzog. Er war von Anfang an eine sehr auffällige Erscheinung, weil er sehr groß war und grundsätzlich immer in Latzhose und mit einem Kopftuch auftrat. Um das Kopftuch gab es anfangs einigen politischen Aufruhr, weil Brunner auch Palästinensertücher im Parlament verwendete.

Claus-Brunner war zuletzt isoliert

Bereits nach der ersten Zeit im Abgeordnetenhaus - und nach einigen internen Querelen bei den Piraten - hatte Claus-Brunner geklagt, er sei moralisch und seelisch am Ende. Später sagte er: "Ich halte durch, weil ich sicher bin, dass ein großer Teil der Basis hinter mir steht."

Die Piraten schrieben jetzt: "Faxe, wie wir ihn alle nannten, war nie unumstritten, Faxe war nie einfach und er hatte es auch nie leicht. Jeder von uns kann eine Geschichte über ihn erzählen." Sie beendeten ihre Mitteilung: "Lebwohl, Faxe! Wir werden dich vermissen."

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

tis/DPA
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