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Toter Piraten-Politiker: Die Fakten und Spekulationen im Fall Claus-Brunner

Nach dem Tod des Piraten-Politikers Gerwald Claus-Brunner und eines weiteren Mannes in Berlin wird über die Details und Hintergründe des Falles spekuliert. Hier sind die Fakten.

Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner, hier im November 2011 im Berliner Abgeordnetenhaus

Erst ein Mord, dann der Suizid? Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner, hier im November 2011 im Berliner Abgeordnetenhaus.

Der Piratenpolitiker Gerwald Claus-Brunner steht unter dringendem Verdacht, einen 29-Jährigen getötet zu haben, bevor er sich einige Tage später selbst das Leben nahm. Seitdem am Montag die Leichen der beiden Männer in verschiedenen Zimmern von Claus-Brunners Berliner Wohnung entdeckt wurden, rätseln die Medien und die Öffentlichkeit über den Ablauf und die Hintergründe des Falles. Dies sind die Fakten und Spekulationen.

  • Spekulation: Das mutmaßliche Mordopfer von Claus-Brunner heißt einem "Spiegel-Online"-Bericht zufolge Jan Mirko L. Die Nachrichtenseite beruft sich dabei auf "Ermittlerkreise". In dem Bericht heißt es zudem, mehrere Bekannte aus dem Parteiumfeld hätten bestätigt, dass es sich bei Jan Mirko L. um dieselbe Person handele, die Claus-Brunner jahrelang in sozialen Netzwerken als "Wuschelkopf" bezeichnet habe. Der 29-Jährige habe offenbar für eine Weile in Claus-Brunners Wahlkreisbüro in Steglitz-Zehlendorf gearbeitet.
  • Fakt: Polizei und Staatsanwaltschaft geben derzeit keine Details zur Person des Opfers heraus. Der Name ist nicht offiziell bestätigt.


  • Spekulation: Die "Berliner Morgenpost" und andere Medien melden, das 29 Jahre alte Opfer sei erwürgt worden. Claus-Brunner, der Kommunikationselektroniker war und als Mechatroniker gearbeitet hatte, habe sich durch einen Stromschlag selbst getötet.
  • Fakt: Laut Staatsanwaltschaft starb das Opfer durch "stumpfe Gewalt gegen den Oberkörper". Zum Suizid von Claus-Brunner macht die Behörde zum Schutz der Persönlichkeitsrechte des 44-Jährigen und seiner Familie keine näheren Angaben. Die Meldung, Claus-Brunner habe sich durch einen Stromschlag getötet, wollte Sprecher Steltner gegenüber dem stern weder bestätigen noch dementieren.


  • Spekulation: Mehrere Zeitungen berichten, Claus-Brunner habe die Leiche seines Opfers mit einer Sackkarre durch Berlin gefahren.
  • Fakt: Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft wurde das Opfer in seiner Wohnung im Berliner Stadtteil Wedding getötet und dann in die Wohnung von Claus-Brunner in Lichterfelde gebracht. "Die Leiche muss transportiert worden sein - wie auch immer", sagte der Sprecher der Behörde, Martin Steltner. Die Berichte über den angeblichen Transport mit einer Sackkarre wollte er nicht kommentieren. Steltner wies allerdings auf die große Entfernung zwischen dem Wedding und Lichterfelde hin. Sie beträgt rund 15 Kilometer.


  • Spekulation: Nach Angaben der "Bild"-Zeitung soll Claus-Brunner sein Opfer missbraucht haben. An der Leiche seien entsprechende Spuren entdeckt worden, schreibt das Blatt ohne Quellenangabe.
  • Fakt: Einen Missbrauch des Opfers bestätigten die Ermittler ausdrücklich nicht. Darauf gebe es keine Hinweise, sagten Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft.

  • Spekulation: Ebenfalls nach "Bild"-Angaben soll das Opfer Claus-Brunner im Juni wegen Stalkings angezeigt haben. Zudem gebe es ein weiteres Stalking-Opfer des Piraten-Politikers.
  • Fakt: Laut Staatsanwaltschaft gibt es in dem Fall einen Stalking-Hintergrund. Der Getötete habe sich gegen derartige Nachstellungen gewehrt. Eine Anzeige bestätigt Sprecher Steltner nicht.


  • Spekulation: Der Berliner Piraten-Chef Bruno Kramm sagte am Montag im RBB, Claus-Brunner habe an einer unheilbaren Krankheit gelitten. Auch in einer Erklärung der Partei zum Tod des 44-Jährigen war von einer solchen Krankheit die Rede.
  • Fakt: Laut Staatsanwaltschaft wurde bei der Obduktion keine lebensbedrohliche Krankheit festgestellt. Die Piraten haben den entsprechenden Satz inzwischen aus ihrer Erklärung gestrichen.


Am Montag ging bei den Piraten in Berlin ein Brief von Claus-Brunner ein, in dem stand, dass er nicht mehr am Leben sei. Parteimitglieder verständigten daraufhin die Polizei. Als die Beamten die Wohnung des 44-Jährigen betraten, entdeckten sie Leichen des Politikers und des 29-jährigen Mannes. Eine Mordkommission ermittelt derzeit die genauen Umstände in dem Fall.


Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

mad, mit DPA/AFP
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.