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Gewalttat von München: Notrufsäule am Tatort Solln war außer Betrieb

Nach der tödlichen Prügelattacke in München wird über verstärkte Sicherheitsmaßnahmen auf Bahnhöfen diskutiert. An der S-Bahnstation München-Solln jedoch, wo die Tat geschah, funkiontierte nicht einmal die Notrufsäule. Und der Bahnhof ist kein Einzelfall in Bayern.

Die Notruf-Säule am Münchner S-Bahnhof Solln, auf dem am vergangenen Samstag der Geschäftsmann Dominik Brunner von zwei Jugendlichen erschlagen worden war, ist seit ihrem Aufbau vor fünf Jahren nicht funktionstüchtig. Das bestätigte die Deutsche Bahn der "Süddeutschen Zeitung".

Dem Bericht zufolge schob eine Bahn-Sprecherin die Schuld auf den privaten Mitnutzer der Bahnanlagen, die Bayerische Oberlandbahn (BOB). Die BOB habe sie ohne Absprache illegal aufgebaut, so der Vorwurf. BOB-Chef Heino Seeger entgegnete, sein Unternehmen sei vertraglich dazu verpflichtet gewesen, die Säulen aufzubauen. Doch wegen technischer Probleme und weil sich die DB in Vertragsverhandlungen so "unfreundlich" gezeigt habe, sei die Säule vor etwa fünf Jahren zwar angeschlossen, aber nicht eingeschaltet worden. Wie Bahn und BOB einräumten, funktionieren die Notrufanlagen an rund 20 weiteren Bahnhöfen nicht, die die BOB anfährt.

DPA / DPA
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