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Giftanschlag am Bodensee: Zeuge gibt konkrete Hinweise

Noch immer weiß die Polizei nicht, wer im November die Trinkwasserstelle im Bodensee vergiftet hat. Mit dem Fund eines weißen Kanisters hat sich für die Ermittler nun eine konkrete Spur ergeben.

Nach dem Giftanschlag auf die Trinkwasser- Entnahmestelle der Bodensee-Wasserversorgung verfolgt die Polizei einen neuen konkreten Hinweis: Ein Zeuge habe zum Zeitpunkt der Tat im Oktober ein Anglerboot an der Entnahmestelle bei Sipplingen beobachtet, teilte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei am Samstag in Friedrichshafen mit.

Der Mann habe auffällig mit einem weißen Kanister hantiert, sagte er auf der Jahresversammlung des Internationalen Bodensee-Fischereiverbandes. Die Polizei schließt nicht aus, dass der Verdächtige aus Fischerei- und Anglerkreisen komme.

Die 50-köpfige "Sonderkommission Wasser", die den Giftanschlag von Mitte Oktober auf die Bodensee-Wasserversorgung aufklären soll, beschäftige sich "sehr intensiv" mit den Aussagen des Zeugen. Dieser habe in den Vormittagsstunden des 16. und des 18. Oktober, also im mutmaßlichen Tatzeitraum, einen Mann beobachtet, der mit einem Boot im Bereich der Entnahmestelle unterwegs gewesen sei.

Der Verdächtige habe das Boot auch in den Bereich der Sperrbojen gesteuert, die die Entnahmetürme in über 60 Meter Wassertiefe markieren. Mehrere weiße Kanister mit Rückständen von giftigen Substanzen hatten Taucher im Umfeld der Entnahmetürme geborgen. Die Sonderkommission nehme die Beobachtungen des Zeugen sehr ernst.

Die Suche nach Gift-Behältern rund um die Trinkwasser- Entnahmestelle soll an diesem Montag wieder aufgenommen werden, hatte eine Sprecherin der Bodensee-Wasserversorgung mitgeteilt. Spezialfirmen suchen den Seegrund seit dem Anschlag auf die Trinkwasserversorgung ab. Anfang vergangener Woche und am 9. November hatten sie insgesamt drei Kanister sowie eine Tüte mit Pflanzengift aus 70 Meter Tiefe geborgen.

Bei der Suche setzen die Experten von einem Schiff aus Ultraschall, Taucher und Unterwasserkameras ein. Die Wasserqualität war nach Behördenangaben zu keiner Zeit gefährdet.

DPA/DPA

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