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Landgericht Leipzig Antisemitismusvorwurf gegen Hotelmitarbeiter: Verleumdungsprozess gegen Gil Ofarim vorerst geplatzt

Gil Ofarim
Gil Ofarim bei einem Interview im Jahr 2020
© Tobias Hase / DPA
Der Antisemitismusvorwurf Gil Ofarims gegen einen Mitarbeiter des Leipziger Hotels "Westin" hätte eigentlich ab Montag vor dem Leipziger Landgericht verhandelt werden soll. Doch der Prozess gegen den Musiker ist kurz vor Beginn geplatzt – zumindest vorerst.

Das Leipziger Landgericht hat den für kommende Woche geplanten Beginn des Verleumdungsprozesses gegen den Musiker Gil Ofarim um mindestens ein halbes Jahr verschoben. Grund dafür seien unter anderem ein von der Nebenklage kurzfristig gestellter umfangreicher Schadenersatzantrag sowie ausstehende Entscheidungen über von der Verteidigung eingelegte Rechtsmittel, wie das Gericht am Montag mitteilte.

Prozess gegen Gil Ofarim frühestens in einem halben Jahr

Aufgrund der Auslastung der Kammer sei mit einem Beginn des Verfahrens nicht vor Ablauf von sechs Monaten zu rechnen. Außerdem soll die Zeit genutzt werden, um über eine weitere Anklageerhebung gegen den 40-Jährigen zu entscheiden. Dabei geht es um falsche eidesstattliche Versicherung sowie Betrug und versuchten Betrug. Zudem regte das Gericht an, einen Versuch für einen Täter-Opfer-Ausgleich und damit eine außergerichtliche Einigung zu unternehmen.

Ofarim soll sich nach Antisemitismusvorwürfen gegen einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels, die nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft jeder Grundlage entbehren sollen, wegen falscher Verdächtigung und Verleumdung verantworten. Er hatte vor einem Jahr in einem viralen Video geschildert, dass ein Mitarbeiter eines Leipziger Hotels ihn aufgefordert habe, seine Kette mit Davidstern abzunehmen, damit er einchecken könne. Die öffentlich geäußerten Vorwürfe schlugen damals hohe Wellen. Der betroffene Mitarbeiter hatte Anzeige erstattet.

wue DPA AFP

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