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Nach 30 Jahren Gladbeck-Geiselnehmer Dieter Degowski darf Namen ändern - kommt er bald frei?

Die Geiselnahme von Gladbeck im August 1988: Dieter Degowski bedroht die Geisel Silke Bischoff mit seiner Waffe.
Die Geiselnahme von Gladbeck im August 1988: Dieter Degowski bedroht die Geisel Silke Bischoff mit seiner Waffe. Wenig später stirbt die damals 18- Jährige im Feuergefecht mit der Polizei durch eine Kugel von Degowskis Komplizen Hans-Jürgen Rösner.
© Roberto Pfeil/AP PHOTO
Die Geiselnahme von Gladbeck schrieb 1988 Kriminal- und Mediengeschichte. Fast 30 Jahre später kann einer der Täter auf seine Freilassung hoffen - die Namensänderung wurde Dieter Degowski schon genehmigt.

Der nach dem Geiseldrama von Gladbeck zu lebenslanger Haft verurteilte Dieter Degowski darf im Fall einer vorzeitigen Freilassung seinen Namen ändern. Die zuständige Behörde habe einem entsprechenden Antrag Degowskis zugestimmt, teilte die Justizvollzugsanstalt Werl auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Degowski ist in Werl inhaftiert. Als Grund für die Namensänderung nannte die JVA eine "Erleichterung seiner Wiedereingliederung".

Das Landgericht Arnsberg prüft derzeit, ob Degowski auf Bewährung freikommen kann. Seit gut zwei Monaten liegt dem Gericht ein Antrag seiner Verteidigung auf Aussetzung des Strafrestes zur Bewährung vor. Die zuständige Strafvollstreckungskammer habe ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, sagte Gerichtssprecher Johannes Kamp.

Ist Gladbeck-Geiselnehmer Degowski noch gefährlich?

Es soll klären, ob Degowski noch gefährlich ist. Unter anderem auf der Grundlage des Gutachtens werde die Kammer dann zu einer eigenen Einschätzung kommen. Die Anfertigung eines solchen Gutachtens dauert üblicherweise mehrere Monate. Der JVA ist nach eigenen Angaben noch kein Gutachter-Termin bekannt.

Das Landgericht hatte die JVA bereits 2013 aufgefordert, Degowski schrittweise auf die Entlassung vorzubereiten. "Damals hatte das Gericht den Einstieg in sogenannte vollzugsöffnende Maßnahmen angeregt", sagte der stellvertretende JVA-Leiter Andreas Jellentrup.
Dementsprechend sei Degowski langsam an diese Maßnahmen herangeführt worden. "Der Insasse hat inzwischen einige Ausgänge einwandfrei bewältigt." Wichtig für die Entlassungsvorbereitung sei nun die Suche nach einer Unterkunft sowie der Aufbau eines sozialen Netzwerks außerhalb der Anstalt, das ihn unterstütze.

Degowski-Komplize Rösner weiter in Haft

Im August 1988 hatten Degowski und sein Komplize Hans-Jürgen Rösner beim Gladbecker Geiseldrama die Republik in Atem gehalten. Drei Tage lang flüchteten sie nach einem missglückten Bankraub mit Geiseln vor der Polizei. Drei Menschen starben.

Hans-Jürgen Rösner sitzt weiterhin in der JVA Aachen ein. Bei ihm läuft nach Angaben des Landgerichts Aachen im Sommer die sogenannte Mindestverbüßungsdauer ab. Maßnahmen, die den Inhaftierten auf eine eventuelle Entlassung vorbereiten, gebe es aber noch keine.

wue DPA

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