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Hannover Neue Spur zu Göhrde-Morden - wird das Rätsel nach 28 Jahren aufgeklärt?

Eine heute 76-jährige Augenzeugin begegnete dem vermeintlichen Göhrde-Mörder kurz nach der Tat
Eine heute 76-jährige Augenzeugin begegnete dem vermeintlichen Göhrde-Mörder kurz nach der Tat. 2014 kehrte sie für ein Interview in den Wald zurück.
© Björn Vogt/DPA/PICTURE ALLIANCE
Vor 28 Jahren schockten die sogenannten Göhrde-Morde die Republik. Jetzt haben die Ermittler möglicherweise eine neue Spur - sie führen zu einem weiteren Mordfall.

Sommer 1989: Binnen weniger Wochen werden zwei Paare im Staatsforst Göhrde im Landkreis Lüchow-Dannenberg in Niedersachsen brutal ermordet - wahrscheinlich vom selben Täter. Zwei Besonderheiten prägten den Fall: Zum einen geschah der zweite Mord an dem Tag, an dem die Polizei nur wenige Hundert Meter von dessen Tatort entfernt die Leichen der ersten Tat entdeckte. Zum anderen gehen die Ermittler davon aus, dass drei Waldbesucher dem Täter in der Göhrde begegneten, ohne es zu wissen. Dennoch: Beide Morde sind bis heute nicht aufgeklärt. Das könnte sich allerdings jetzt ändern.

DNA-Spuren von Göhrde-Mord an anderem Tatort

Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ) berichtet, gibt es eine mysteriöse Wendung in dem Fall: DNA-Spuren, die bei einem der Göhrde-Morde sichergestellt wurden, sind demnach in der Hannoveraner Wohnung einer vor rund zwei Jahren ermordeten Frau entdeckt worden. Wem diese zugeordnet werden können, sei derzeit unklar. Laut "Bild"-Zeitung wurden jetzt Bekannte der Getöteten zur Speichelprobe gebeten.

Bei dem Opfer handelte es sich um eine 49-Jährige, die im Mai 2015 im Zooviertel der niedersächsischen Landeshauptstadt beraubt und ermordet wurde. Ein halbes Jahr später wurde ein 27-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt - er kommt allein wegen seines Alters ganz sicher nicht als Göhrde-Mörder in Frage.

Möglicherweise haben sich aber auch Fehler bei der Auswertung der DNA-Spuren eingeschlichen. So wurde beispielsweise die Ermordung des Mädchens Peggy 2001 irrtümlich mit dem NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt in Verbindung gebracht worden, weil Spuren verunreinigt worden sind.

Die Ermittler hoffen jetzt dennoch, dass mit den neuen Spuren die Morde in dem niedersächsischen Wald nach 28 Jahren aufklärt werden können. Vier Beamte seien zurzeit mit den Göhrde-Morden befasst, zitiert die HAZ einen Polizeisprecher.

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