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Urteil in Berlin erwartet Der Goldmünzendiebstahl und die eine große Frage: Reichen die Indizien gegen die Angeklagten?

Angeklagter im Berliner Landgericht; Fahndungsvideo; Goldmünze im Bode-Museum
Einer der Angeklagten beim Prozessauftakt im Januar 2019 im Berliner Landgericht. gemeinsam mit drei Komplizen soll er die hundert Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf" aus dem Bode-Museum gestohlen haben.
© Paul Zinken / DPA, Polizei Berlin, Marcel Mettelsiefen / DPA
Im Fall des spektakulären Diebstahls einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum steht das Urteil bevor. Dass die Münze im Wert von fast vier Millionen Euro jemals wieder auftaucht, ist unsicher.

Vor fast drei Jahren erregte ein spektakulärer Diebstahl in Berlin weltweit Aufsehen: Den Tätern gelang es Ende März 2017, eine hundert Kilogramm schwere Goldmünze aus dem Bode-Museum zu stehlen. Der Materialwert der großformatigen "Big Maple Leaf" lag damals bei 3,75 Millionen Euro, die Münze ist seither verschwunden – möglicherweise wurde sie eingeschmolzen.

Am Vormittag will das Berliner Landgericht nun sein Urteil im Prozess gegen vier Angeklagte verkünden.

Anklage fordert Haftstrafen für Goldmünzendiebstahl

Einer der Angeklagten soll als Wachmann in dem Museum gearbeitet und laut Anklage die anderen drei Verdächtigen mit Tipps versorgt haben. Diese sollen dann die eigentliche Tat begangen haben. Das Trio soll zur Großfamilie R. gehören, die wegen krimineller Aktivitäten berüchtigt ist.

Der Prozess begann im Januar 2019, insgesamt gab es bislang 41 Verhandlungstage. Die Verteidiger der Angeklagten im Alter von heute 21 bis 25 Jahren verlangen nach Gerichtsangaben für alle Freisprüche. Im Fall einer Verurteilung beantragten die Anwälte zweier Angeklagter hilfsweise, dass zumindest das Jugendstrafrecht angewandt werden solle.

Dagegen sprach sich die Staatsanwaltschaft für mehrjährige Haftstrafen für alle vier aus: Die Männer sollen demnach zu Haftstrafen zwischen fünf und sieben Jahren verurteilt werden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sprach nach Gerichtsangaben in seinem Plädoyer von der "spektakulärsten Straftat in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg".

Angeklagter im Berliner Landgericht; Fahndungsvideo; Goldmünze im Bode-Museum
Einer der Angeklagten beim Prozessauftakt im Januar 2019 im Berliner Landgericht. gemeinsam mit drei Komplizen soll er die hundert Kilogramm schwere Goldmünze "Big Maple Leaf" aus dem Bode-Museum gestohlen haben.
© Paul Zinken / DPA, Polizei Berlin, Marcel Mettelsiefen / DPA

Er verwies im Prozess um den Goldmünzendiebstahl unter anderem auf den hohen Wert der Beute und die professionelle Vorgehensweise der mutmaßlichen Täter, die für erhebliche kriminelle Energie spreche. 

Reichen die Indizien für eine Verurteilung

Demnach stützt die Staatsanwaltschaft ihre Forderung nach Verurteilung auf das Zusammenspiel verschiedener Indizien. Dazu zählen laut Gericht an der Kleidung der Verdächtigen gefundene Goldpartikel und andere Spuren. Die Anklage sprach von einem aus Mosaiksteinen zusammengesetzten Beweisbild, das in der Gesamtbetrachtung jedoch überzeugend sei.    

Der Diebstahl der Goldmünze beschäftigt ab der kommenden Woche auch die Berliner Ziviljustiz. Am Freitag beginnt vor dem Landgericht die Verhandlung über einen Rechtsstreit zwischen dem Eigentümer und der Versicherung, die bisher laut Gericht nur eine Teilentschädigung zahlte.

Sarah Emminghaus / AFP / wue

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