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Gräueltat in Pakistan Christen wegen Blasphemie-Vorwurfs lebendig verbrannt


Ein christliches Paar wollte wegen schlechter Bezahlung kündigen. Ihr Arbeitgeber soll sie daraufhin beschuldigt haben, den Koran zu schänden. Ein wütender Mob richtete sie deswegen grausam hin.

Ein christliches Ehepaar ist am Dienstag in Pakistan von einem Mob gefoltert und anschließend bei lebendigem Leibe verbrannt worden. Die Täter, darunter einige Kleriker, hätten dem Paar Entweihung des Korans vorgeworfen, teilte die Polizei mit. Die Opfer hätten in einer Ziegelbrennerei im Distrikt Kasur, etwa 50 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Lahore, gearbeitet.

Der Besitzer der Brennerei habe das 35 und 31 Jahre alte Ehepaar am Montag beschuldigt, Seiten des Korans verbrannt zu haben. Daraufhin habe er sie mit ihren vier Kindern über Nacht eingesperrt.

Ein aufgebrachter Mob habe das Paar in einen Brennofen geworfen, als sie von dem Blasphemie-Vorwurf erfuhren. Einige Männer hätten auch die Kinder verbrennen wollen. Sie seien jedoch von anderen davon abgehalten worden. Ein Verwandter sagte, der Blasphemie-Vorwurf sei falsch. Vielmehr habe das Paar die Arbeit wegen schlechter Bezahlung aufgeben wollen. Nach Polizeiangaben sind 50 Verdächtige festgenommen worden.

Ein bloßer Verdacht reicht für Selbstjustiz aus

Blasphemie ist ein schwerwiegender Vorwurf in dem mehrheitlich von Muslimen bevölkerten Land. Selbst unbestätigte Gerüchte über angebliche Schändungen religiöser Symbole lösen öfters Krawalle aus. Wer wegen Beleidigung des Islams verurteilt oder auch nur verdächtigt wird, droht als Opfer tödlicher Selbstjustiz zu enden.

Eine Christin sitzt seit November 2010 in Pakistan im Todestrakt, weil sie schuldig gesprochen wurde, im Gespräch mit einer muslimischen Frau abschätzig über den Propheten Mohammed gesprochen zu haben. Ein unter schwerer Geistesverwirrung leidender Brite, der im Januar wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden war, wurde vergangenen Monat von einem Gefängniswärter erschossen.

ivi/DPA DPA

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