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Gewaltausbruch Mann versucht Freundin die Augen auszudrücken, weil sie auf Facebook ein Foto "liked"

Für einen Like auf Facebook wurde in Großbritannien eine Frau von ihrem Partner brutal verprügelt 
Für einen Like auf Facebook wurde in Großbritannien eine Frau von ihrem Partner brutal verprügelt 
© Roland Schlager / Picture Alliance
Weil sie auf Facebook ein Foto eines anderen Nutzers mit einem Like markiert hatte, ging im britischen Kent ein Bodybuilder auf seine Freundin los. Er verprügelte sie und versuchte, ihr die Augen auszudrücken. Nun wurde er verurteilt. 

In Großbritannien ist ein Mann zu neun Jahre Haft verurteilt worden, nachdem er mehrmals seine Freundin misshandelt hatte. Der erste Übergriff erfolgte laut der britischen Nachrichtenseite "Metro" im April 2018. Damals schlug Danny B. seiner Partnerin mehrmals auf die Beine. Der zweite Angriff folgte im November 2018. "Auslöser war ein Like für einen Social-Media-Beitrag seitens der Frau", erklärte ein Polizeisprecher am vergangenen Montag.

Der 35-Jährige habe seine Freundin brutal verprügelt, sie gewürgt und schließlich versucht, ihr die Augen auszuquetschen, erklärte der Richter bei der Urteilsverkündung vor dem Canterbury Crown Court. Dazu habe er seine Daumen benutzt. Die Frau habe geglaubt, ihre Augen würden herausplatzen. "Sie war so verängstig, dass sie dachte, sie würde sterben", so der Richter.

Als er Details der brutalen Übergriffe verlas, zeigte der Angeklagte offenbar keinerlei Reue. Im Gegenteil: "Ich stelle fest, dass Sie lächeln, wenn ich diese Fakten wiederhole", sagte der Richter an den Bodybuilder gewandt. "Sie haben keine Sympathie oder Empathie für diejenigen gezeigt, die Ihnen am nächsten stehen. Sie sind egoistisch, wütend und gewalttätig."

Ausreden statt Reue 

Laut der Polizei hat Danny B. seine Freundin nicht nur verprügelt, sondern nach dem Angriff auch in seiner Wohnung gefangen gehalten. "Er sagte ihr, sie könne die Wohnung nicht verlassen, weil sie sichtbare Verletzungen im Gesicht hatte", erklärte ein Polizeisprecher. Der Frau sei es aber gelungen, eine Freundin zu informieren. Diese habe schließlich die Polizei alarmiert. Die Beamten mussten sich mit Gewalt Zutritt zu der Wohnung von Danny B. verschaffen, berichtet die Lokalnachrichtenseite "Kent Live". Vor Gericht habe er sich schließlich herauszureden versucht und behauptet, seine Freundin sei gestürzt.

Nach der Urteilsverkündung sagte der Ermittler Morgan Fitzpatrick laut der "Metro": "Ich hoffe, dieses Strafmaß eine klare Botschaft an die Täter sendet: Gewaltverbrechen werden nicht toleriert. Opfer sollten niemals schweigen." Die Polizei ermutige alle, die auf diese Weise behandelt werden, sich zu melden.

Quellen: "Metro", "Kent Live" 

ivi

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