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Zwei Mordversuche: Offizier soll Fallschirm seiner Frau manipuliert haben, um sie zu beseitigen

Gleich zwei Mal soll ein britischer Offizier versucht haben, seine Frau zu ermorden. Zunächst versuchte er offenbar, sie bei einer Gasexplosion zu töten. Doch als dies nicht klappte, griff er laut der Staatsanwaltschaft zu einer anderen List. Sein Motiv: die pure Gier. 

Ein britischer Offizier soll den Fallschirm seiner Frau manipuliert haben - mit dem Ziel sie zu ermorden (Symbolfoto)

Ein britischer Offizier soll den Fallschirm seiner Frau manipuliert haben - mit dem Ziel sie zu ermorden (Symbolfoto)

Picture Alliance

Mehr als 1200 Meter stürzte Victoria C. in die Tiefe, als ihr Fallschirm am 5. April 2015 den Dienst versagte. Die Britin, die bereits mehr als 2600 Fallschirmsprünge absolviert hatte, überlebte den Sturz wie durch ein Wunder - nur um danach zu erfahren, dass es wahrscheinlich ihr eigener Ehemann war, der sie beinahe in den Tod schickte. Der Offizier Emile C. steht im Verdacht, den Mordanschlag auf seine Frau verübt zu haben, indem er sowohl den Haupt- als auch den Reservefallschirm manipulierte. In Winchester hat nun der Prozess gegen den Sergeanten der britischen Armee begonnen.

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der 37-Jährige den Mordplan mit dem Ziel geschmiedet hat, um nach dem Tod seiner Frau ihre Lebensversicherung kassieren zu können. 120.000 Pfund, umgerechnet 134.000 Euro, habe er sich davon versprochen. Laut dem Staatsanwalt soll Emile C. Schulden gehabt haben.

Doppeltes Fallschirmversagen extrem unwahrscheinlich

Dass der Sturz ein Unfall gewesen sein könnte, scheint niemand zu glauben. Experten sagten laut dem britischen Sender BBC vor Gericht aus, dass sie noch nie so stark verknotete Fallschirme gesehen hätten. Außerdem hätten essentielle Bauteile schlicht gefehlt. Nach Angaben der britischen Fallschirm-Vereinigung sei in Großbritannien noch nie ein doppeltes Fallschirmversagen registriert worden.

Auch das Verhalten des Angeklagten am Tag vor dem Sturz erscheint den Ermittlern höchst verdächtig. Offenbar hat der Offizier die ausgeliehene Fallschirmausrüstung seiner Frau mit auf die Männertoilette mitgenommen. "Sie ist schwer, sie ist sperrig, es gibt absolut keinen Grund, sie dorthin mitzunehmen", sagte der Staatsanwaltschaft im Prozess. Außerdem hätte Emile C. es geschafft, die Ausrüstung seiner Frau über Nacht zu behalten, anstatt sie wieder abzugeben, wie es sonst üblich ist. 

Gleich zwei Affären

Neben der Gier hätte der Angeklagte laut dem Staatsanwalt außerdem noch ein zweites Motiv: Er soll gleich zwei Affären gehabt haben. Nach der Version der Ermittler wollte er mit einer der beiden Frauen ein neues Leben anfangen.

Die Manipulation der Fallschirme soll nicht der erste Versuch des Sergeanten gewesen sein, seine Frau zu ermorden. Wenige Tag vor dem Sturz soll Emile C. in dem gemeinsamen Haus des Paares ein Gasleck verursacht haben. Er soll gehofft haben, dass das Haus explodiert und seine Frau dabei ums Leben kommt. An der beschädigten Armatur wurden Blutspuren des Angeklagten gefunden. Emile C. streitet alle Vorwürfe ab.

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ivi