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Großbritannien: Polizei sucht 41 Jahre nach Gruppenvergewaltigung die Täter – und hofft auf zwei Zeugen

Mehrere Mitglieder eines Rugby-Teams sollen 1978 in Großbritannien eine Siebzehnjährige vergewaltigt haben. Erst jetzt hat das Opfer die Tat angezeigt. Sie hofft auf zwei Zeugen, die damals nicht den Mut hatten, ihr zu helfen.

Ein Phantombild zeigt zwei junge Männer: links einen mit braunem Seitenscheitel, rechts einen mit rotblondem Vollbart

Es ist ein Samstagabend Ende Januar, Anfang Februar 1978, als einer jungen Frau etwas passiert, was sie bis heute nicht vergessen kann. "Im Alter von 17 Jahren, wurde ich von einer Gruppe von Männern vergewaltigt, die behaupteten, Teil einer südwalisischen Rugby-Mannschaft auf Tour zu sein", sagte die Frau laut "The Guardian". Die Polizei von Devon und Cornwall hat jetzt erst Ermittlungen aufgenommen, weil die Frau das für sie traumatische Erlebnis bisher nicht angezeigt hatte. Mit Phantombildern suchen die Ermittler nun erst einmal zwei Zeugen, die die Täter kennen.

Nun hat sie bei der Polizei ausgesagt, dass sie damals mit einer Freundin in Plymouth in einem Club einen jungen Mann kennengelernt habe. Er erzählte, er sei Mathelehrer und mit seinem Rugby-Team aus Süd-Wales unterwegs. Später sei sie ohne ihre Freundin mit dem Mann in sein Hotelzimmer im Strathmore Hotel gegangen und die beiden hätten einvernehmlichen Sex gehabt.

Aufgereiht "wie auf einem Rugby-Feld"

Eine Stunde später hätte es geklopft und eine große Gruppe "betrunkener und brutaler" Männer hätte den Lehrer zur Seite gedrängt und seien ins Zimmer gekommen. Der Lehrer sei daraufhin verschwunden, berichtet die Frau laut "BBC". Sie seien nur mit Handtüchern bekleidet gewesen und hätten sich entlang einer Wand aufgereiht "wie auf einem Rugby-Feld". Drei Männer hätten sie festgehalten, als sie über das Hoteltelefon Hilfe rufen wollte. Dann hätten sie sechs oder sieben der Männer abwechselnd vergewaltigt, während die anderen applaudiert und gejohlt hätten. Alle Täter seien weiß, glattrasiert und wie der Lehrer in ihren Zwanzigern gewesen.

Nach der Tat ist die traumatisierte junge Frau nach eigener Aussage noch mit ihrer Freundin, dem Lehrer und zwei seiner Freunde ins Hotel Duke of Cornwall gegangen. Laut BBC hofft die Frau genau auf diese beiden Begleiter, die im Phantombild zu sehen sind. Denn sie seien zwar mit ihren Vergewaltigern befreundet gewesen, hätten sie aber nicht vergewaltigt. "Ich hatte damals den Eindruck, dass sie ganz sicher nicht wollten, dass mir das passiert", sagt die Frau laut BBC. "Ich habe das Gefühl, dass sie dieses Unrecht korrigieren könnten, indem sie sich melden und der Polizei sagen, wer die Leute waren, mit denen sie an diesem Tag zusammen waren, und somit wer die Männer waren, die mich vergewaltigt haben."

Zeugen und Vergewaltiger müssten heute über 60 sein

Chefermittlerin Jo Hall hält diese beiden Männer für diejenigen, die auch Jahrzehnte später noch für die Aufklärung des Falles entscheidend sind, wie sie im Fahndungsaufruf der zuständigen Devon & Cornwall Police sagt. "Ich würde gerne von jedem hören, der diese Männer erkennt, und ich möchte die Öffentlichkeit daran erinnern, dass ich diese Männer als Zeugen eines schrecklichen Verbrechens an einer jungen Frau suche." Täter wie Zeugen müssten heute in ihren Sechzigern sein und ihr Aussehen dürfte sich entsprechend stark verändert haben.

Hall sagt: "Diese Vergehen haben das Leben dieser Frau erheblich beeinflusst und machen ihr bis heute zu schaffen." Vielleicht erreicht ihr Appell ja sogar das Gewissen des einen oder anderen Täters. Dann könnte vielleicht doch noch ein wenig Gerechtigkeit hergestellt werden – wenn auch für die Frau leider Jahrzehnte zu spät.

Quellen: Devon and Cornwall Police, "The Guardian", "BBC".

tkr