Großbritannien Flugzeugbomber legen Teilgeständnis ab


Knapp zwei Jahre nach den vereitelten Bombenanschlägen auf Passagierflugzeuge in Großbritannien haben sich fünf mutmaßliche Terroristen teilweise schuldig bekannt. Der Fall hatte weltweit Schlagzeilen gemacht, weil Flugreisende seitdem kaum noch Flüssigkeiten im Handgepäck mitnehmen dürfen.

Im Londoner Prozess um vereitelte Terroranschläge auf Transatlantikflüge haben fünf der acht Angeklagten bekannt, Sprengstoffexplosionen vorbereitet zu haben. Sie hätten allerdings nicht geplant, Flugzeuge in die Luft zu sprengen oder jemanden zu töten, erklärten die fünf Männer vor einem Geschworenengericht. Man habe vielmehr mit einer spektakulären Explosion - etwa vor dem Parlament, an einem Flughafen oder einer Raffinerie - öffentliche Aufmerksamkeit für ein selbst gedrehtes Video erregen wollen.

Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Film um eine Videobotschaft, die nach dem geplanten Selbstmordattentat ausgestrahlt werden sollte. Sie wirft den Angeklagten vor, dass sie Komponenten von Flüssigsprengstoff, die in Softdrink-Flaschen versteckt waren, auf dem Londoner Flughafen Heathrow in mehrere Passagierflugzeuge schmuggeln wollten. An Bord der Maschinen, die alle zu US-Großstädten fliegen sollten, hätten die Komponenten dann zu Sprengkörpern zusammengesetzt und zur Explosion gebracht werden sollen. Dies sei durch die Festnahme der mutmaßlichen Terroristen im August 2006 fast im letzten Moment verhindert worden.

Mehrkosten von vielen Millionen Euro

Die fünf Angeklagten haben sich zudem zu einer "Verschwörung zur Verursachung einer öffentlichen Unruhe" schuldig bekannt. Prozessbeobachter gehen davon aus, dass die Angeklagten mit Teilgeständnissen ihrer Verurteilung in den Hauptanklagepunkten entgehen wollen.

Die Verdächtigen waren im August vor zwei Jahren verhaftet worden. Ihre Festnahme hatte zu einer Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen für Bordgepäck geführt. Viele der Einschränkungen für Flugzeugpassagiere, beispielsweise die Begrenzung der Menge an Flüssigkeiten und Gels im Handgepäck, gelten nach wie vor und kosten Airport- und Fluggesellschaften viele Millionen Euro pro Jahr.

AP/DPA AP DPA

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