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Prozess Gruppenvergewaltigung in Freiburg: Opfer sagt vor Gericht aus

Die Angeklagten sitzen vor dem Prozessbeginn im Gerichtssaal im Landgericht
Die Angeklagte sitzen vor dem Prozessbeginn im Gerichtssaal im Landgericht
© Patrick Seeger / DPA
Vor Gericht sagte heute das Opfer im Prozess um die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung in Freiburg aus. Die junge Frau wirkt dabei "sehr angespannt, zugleich aber sehr gefasst", sagt der Staatsanwalt.

Im Prozess um die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen vor einer Disco in Freiburg hat das Opfer des Verbrechens am heutigen Mittwoch vor Gericht ausgesagt. Für die Vernehmung vor dem Freiburger Landgericht wurden die Öffentlichkeit ausgeschlossen und die Aussagen auf Antrag der Anwältin der jungen Frau per Videotechnik in den Gerichtssaal übertragen. Die junge Frau habe im Wesentlichen die Vorwürfe der Anklage gegen die Männer bestätigt, sagte Staatsanwalt Thorsten Krapp am Rande der Verhandlung der Deutschen Presse-Agentur. Sie habe "sehr angespannt, zugleich aber sehr gefasst" gewirkt.

Die Fragen des Gerichts habe sie "reflektiert und ohne jeden Belastungseifer" beantwortet. Zudem habe sie vom Tatabend erzählt. "Sie war bemüht, Fragen vollständig zu beantworten." Überraschungen habe es keine gegeben, sagte der Staatsanwalt. Die Inhalte stimmten mit der Anklage weitgehend überein.

Die meisten Angeklagten sind Flüchtlinge

Angeklagt in dem Strafprozess sind elf Männer zwischen 18 und 30, die meisten von ihnen sind Flüchtlinge. Ihnen wird vorgeworfen, Mitte Oktober vergangenen Jahres die 18-Jährige nachts in Freiburg nach einem Besuch in einer Diskothek in einem Gebüsch vergewaltigt zu haben. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe.

Nach Angaben ihrer Verteidiger habe die Frau Sex verlangt, Gewalt habe es angeblich keine gegeben. Zudem habe die 18-Jährige vor der Tat Drogen genommen und könne sich so gut wie nicht erinnern. Sie war laut Anklage nach der Einnahme einer Ecstasy-Tablette hilf- und wehrlos.

Opfer sagt per Video-Schalte aus

Das Gericht hatte als Grund für eine nicht öffentliche Sitzung den Schutz der Persönlichkeitsrechte der 18-Jährigen genannt, so der Vorsitzende Richter Stefan Bürgelin. Der jungen Frau solle außerdem ein Aufeinandertreffen mit den elf Angeklagten erspart werden. Es drohten sonst laut einem psychiatrischen Gutachter seelische Folgeschäden. Deshalb wurde sie "von einem anderen Ort" per Video zugeschaltet.

Diese Vorgehensweise mache Sinn, sagte der Staatsanwalt. Dennoch sei es eine belastende Situation. "Eine entspannte Vernehmungssituation kann es bei diesem Tatvorwurf und den damit verbundenen sexuellen Details, die zur Sprache kommen, naturgemäß nicht geben", sagte er.

Die 18-Jährige ist Nebenklägerin in dem Prozess, der Ende Juni begonnen hat. Vertreten wird sie vor Gericht von einer Anwältin. Diese wollte sich am Mittwoch auf Nachfrage nicht öffentlich äußern. Sie hatte im bisherigen Prozessverlauf mitgeteilt, ihre Mandantin leide bis heute unter der Tat. Betreut wurde die 18-Jährige nach Justizangaben als Zeugin vor Gericht von der Vertreterin einer Opferschutzorganisation.

Am nächsten Montag, den 29. Juli, sollen laut dem Gericht als Zeugen vier Besucher der Disco und eines benachbarten Clubs gehört werden. Der Prozess ist bis Dezember geplant. Einen Termin für mögliche Urteile gibt es Gerichtsangaben zufolge noch nicht.

rw DPA

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