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Hamburg: Unbekannter zerstückelt Frau und verteilt Leichenteile

Das Grauen begann vor einer Woche am Elbstrand: Ein Mann entdeckte beim Angeln Leichenteile. Seitdem tauchen im Hamburg immer wieder Körperteile auf, zuletzt am Donnerstag. Offenbar hat ein Mörder sein Opfer zerstückelt und in der Stadt verteilt. 

Polizisten am Fundort im Hamburger Stadtteil Rissen: Hier entdeckten sie Anfang August das erste Leichenteil

Polizisten am Fundort im Hamburger Stadtteil Rissen: Hier entdeckten sie Anfang August das erste Leichenteil

Es begann am Donnerstag vergangener Woche. Ein Spaziergänger entdeckte im Hamburger Stadtteil Rissen direkt am Elbufer ein Körperteil. Um 8.25 Uhr alarmierte er die Polizei. Beim Absuchen der Umgebung fand die Polizei ein weiteres Leichenteil. Laut "Hamburger Morgenpost" waren es Unterkörper und ein Oberschenkel. "Es wird von einem Tötungsdelikt ausgegangen", sagte ein Polizeisprecher.

Am nächsten Tag wusste die Hamburger Polizei schon mehr: Die Körperteile gehören "einer Frau afrikanischer Herkunft", hieß es in einer Pressemitteilung. "Die Identität dieser Frau steht bislang zwar noch nicht eindeutig fest, es könnte sich hierbei aber um eine 48-Jährige handeln, die seit dem 01.08.2017 nicht mehr gesehen wurde." Weitere Leichenteile seien bei der Suchaktion nicht gefunden worden. 

Der Torso trieb Montagabend auf dem Tiefstackkanal in Hamburg-Billbrook, 25 Kilometer vom Fundort der ersten Leichenteile entfernt. Ein Spaziergänger hatte das Leichenteil entdeckt und die Polizei alarmiert. Feuerwehrmänner zogen den Torso aus dem Wasser. Ein DNA-Schnelltest ergab: Er gehörte zum selben Leichnam, wahrscheinlich dem der vermissten 48-Jährigen.

Das Opfer: weiblich, 48 Jahre, afrikanischer Herkunft

Eine Frau, 48 Jahre alt, afrikanischer Herkunft: Das ist alles, was die Polizei Hamburg aktuell über die mutmaßliche Identität des Opfers sagen kann. Zu Berichten, dass es sich bei der Frau um eine Prostituierte handle, die im Hamburger Stadtteil St. Georg ihre Dienste anbiete, um ihre Kinder in Spanien zu versorgen, mit bürgerlichen Namen Maria E. heiße, in der Szene allerdings unter "Lucy" (schreibt die "Hamburger Morgenpost") oder "Rosa" (schreibt die "Bild"-Zeitung) bekannt sei, möchte sich die Polizei auf Nachfrage von stern nicht äußern.

Lediglich so viel: Die DNA-Schnelltests legten eindeutig nahe: Die Leichenteile stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit von ein und demselben Körper. "Stückel-Mord von ", titelt deshalb die "Hamburger Morgenpost". Ein Wort, das grausam klingt, jedoch zunehmend treffender wird.

Leichenteile auch in Winterhude und Rothenburgsort

Denn fünf Tage nach dem ersten Fund, es war Dienstag gegen 14.20 Uhr, entdeckten Beamte der Wasserschutzpolizei ein weiteres Leichenteil. Dieses Mal trieb das Körperteil im Goldbekkanal in Winterhude, die Entfernung zum Fundort am Tiefstackkanal beträgt rund 8 Kilometer, zum ersten Fundort in Rissen über 20. "Nach vorläufiger Bewertung handelt es sich bei dem Leichenteil höchstwahrscheinlich um ein weiteres Körperteil der Vermissten", teilte die Polizei mit. Eine Aussage, die sie nur einen Tag später wieder tätigen sollte.

Am Mittwochnachmittag bemerkte ein Spaziergänger in der Brandshofer Schleuse in Rothenburgsort einen Gegenstand, der auf der Elbe trieb. Die Polizei stellte fest: schon wieder ein Körperteil. Die Mordkommission prüfe erneut einen Zusammenhang mit den in den vergangenen Tagen gefundenen Leichenteilen, ließ die Polizei in einer Mitteilung wissen. 

Am nächsten Tag schon wieder: Polizeitaucher bargen gegen Donnerstagmittag zwei weitere Leichenteile im Goldbekkanal, dort wo sie bereits am Dienstag fündig geworden waren. Und schon wieder hieß es von der Polizei: "Mit hoher Wahrscheinlichkeit besteht ein Zusammenhang mit den in den vergangenen Tagen aufgefundenen Leichenteilen." Höchstwahrscheinlich ein weiteres Körperteil der 48-Jährigen.

Rechtsmediziner: Tat geschieht meist im Alkoholrausch

Aktuell werden die Leichenteile im Institut für Rechtsmedizin in Hamburg untersucht. Dessen Direktor Klaus Püschel sagte der "Mopo": "Es ist durchaus denkbar, dass jemand durch die Stadt fährt und sie (die Leichenteile) an unterschiedlichen Stellen am Wasser ablegt – um etwa die Identifizierung zu erschweren." Oft seien die Täter schon vor der Zerstückelung strafrechtlich aufgefallen, mit Körperverletzungen oder Vergewaltigungen beispielsweise, ergänzte Püschel. Die Tat selbst erfolgt laut dem Rechtsmediziner meist im Alkoholrausch.


pg/tkr