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Hamburg: Messerstecher von Barmbek muss lebenslang in Haft

Ahmad A. soll sich erst in Deutschland radikalisiert haben. Im religiösen Eifer griff er vergangenen Sommer mehrere Menschen in Hamburg-Barmbek mit einem Messer an. Nun ist der Attentäter wegen Mordes und versuchten Mordes verurteilt worden. 

Polizisten sichern den Tatort des Attentats in Hamburg-Barmbek ab

Im Sommer 2017 griff der Attentäter Passanten in Hamburg-Barmbek mit einem Messer an

Er griff plötzlich zum Messer und stach auf Kunden in einer Hamburger Edeka-Filiale ein. Anschließend verletzte er noch fünf weitere Passanten auf der belebten Einkaufsstraße. Ein 50-jähriger Mann kam bei dem Attentat ums Leben. Am Donnerstag ist der Messerstecher von Barmbek zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Lebenslang für religiös motivierte Tat

Die Richter des Staatsschutzsenats stellten zusätzlich die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Der Palästinenser Ahmad A. habe sich des Mordes sowie des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung in sechs Fällen schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter Norbert Sakuth.

Der abgelehnte Asylbewerber hatte im Prozess gestanden, die Tat am 28. Juli 2017 im religiösen Eifer begangen zu haben. Er wollte möglichst viele Christen töten. Ein psychiatrischer Gutachter hielt ihn für voll schuldfähig. 

Ahmad A. entschuldigte sich bei Opfern und Familien

In seinen ersten Vernehmungen hatte er laut Aussage eines Polizisten stolz auf seine Taten gewirkt. Im Prozess erschien er zunächst teilnahmslos. In seinem letzten Wort vor der Urteilsverkündung aber entschuldigte er sich erstmals bei den Opfern und ihren Familien, die noch heute unter den Folgen der Tat leiden. Sein Verteidiger betonte, Ahmad A. sei inzwischen ein anderer Mensch.

Das westliche Leben lockte den jungen Mann 2008 nach Europa, 2015 landete er schließlich in Deutschland. Laut Zeugenaussagen wollte er dort sein Studium der Zahnmedizin fortsetzen. Doch er durfte nicht bleiben. Er erklärte sich mit der Ausreise einverstanden - doch sie verzögerte sich wegen fehlender Dokumente. Er stammte demnach aus einer Familie, die nicht streng religiös ist. "Erst in Deutschland nahm sein Glaube radikalere Züge an", hatte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft, Yasemin Tüz, in ihrem Plädoyer erklärt. 

fri / DPA