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38-Jähriger niedergeschossen: Racheakt im Rockermilieu - das steckt hinter den Schüssen von Hamburg

Eine Woche lang sucht die Hamburger Polizei nach den Tätern, die an der Reeperbahn auf einen 38-Jährigen geschossen haben. Jetzt steht eine Frau unter Verdacht. Es geht um Rocker, aber auch um Rache.

Polizisten stehen am 27. August neben einem Auto auf dem Millerntorplatz an der Reeperbahn, nachdem Schüsse gefallen waren

Polizisten stehen am 27. August neben einem Auto auf dem Millerntorplatz an der Reeperbahn, nachdem Schüsse gefallen waren. Eine tatverdächtige Frau wurde festgenommen.

DPA

Eine Woche nach den Schüssen auf einen Rocker in Hamburg hat die Polizei die Hintergründe der Tat weitgehend aufgeklärt. Die Beamten nahmen in der Nacht zum Dienstag eine 23-Jährige unter dem Verdacht der Mittäterschaft fest, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. 

Die junge Frau und ihr 28 Jahre alter Lebensgefährte waren im Juni 2016 selbst Opfer eines versuchten Tötungsdelikts geworden. Ein Unbekannter hatte auf das Paar geschossen und beide schwer verletzt, die Frau sogar lebensgefährlich.

Hamburg: Racheakt im Rockermilieu

Der 28-Jährige war Mitglied der inzwischen aufgelösten Rockergruppe Mongols und soll die Schüsse in Auftrag gegeben haben. Bei dem vor einer Woche in seinem weißen Bentley angeschossenen 38-Jährigen handelt es sich nach Medienberichten um den Hamburger Boss der Hells Angels. 

Von einem Konflikt zwischen verschiedenen Rockergruppierungen gehen die Ermittler nach derzeitigem Stand nicht aus. "Aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse wird ein persönlicher Racheakt des 28-jährigen Tatverdächtigen als Hintergrund der Tat angenommen", hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Der 38-Jährige liege weiter im Krankenhaus und werde rund um die Uhr von der Polizei bewacht.

Vor knapp drei Jahren war der Rocker-Streit eskaliert. Die Polizei reagierte mit der Gründung einer Sonderkommission. Die Hamburger Mongols gelten seit mehr als zwei Jahren als aufgelöst. Die Hells Angels sind in Hamburg seit 1983 offiziell verboten.

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fin / DPA