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Hamburg: Letzte Hoffnung "Aktenzeichen XY" – so will die Polizei das grausige Leichenteil-Puzzle lösen

Im vergangenen Sommer wurden in Hamburg immer wieder Teile einer Leiche in der Elbe und in Kanälen entdeckt. Das Opfer: eine 48-jährige Sexarbeiterin. Der Täter: bis heute unbekannt. Jetzt nimmt die Polizei einen neuen Anlauf, um die grausige Tat aufzuklären.

Nach den Funden von Leichenteilen im Sommer wendet sich die Hamburger Polizei jetzt an die Zuschauer von "Aktenzeichen XY"

Nach den Funden von Teilen des Leichnams einer 48-Jährigen im vergangenen Sommer wendet sich die Hamburger Polizei jetzt an die Zuschauer von "Aktenzeichen XY ... ungelöst"

Im vergangenen Sommer verging in kaum ein Tag ohne grausige Entdeckung: Insgesamt zehn Mal fischten Einsatzkräfte zwischen dem 3. und dem 16. August Teile einer Frauenleiche aus dem trüben Wasser von Elbe, Hafenbecken und Kanälen – zum Teil viele Kilometer voneinander entfernt (siehe Karte unten).

Schnell bekamen die Ermittler raus: Es handelte sich um die sterblichen Überreste von Maria A., einer 48-jährigen Prostituierten aus  . Sie kam über Spanien in die Hansestadt, wo sie irgendwann zwischen dem 1. und dem 3. August auf ihren Mörder getroffen sein muss. Zum letzten Mal gesehen wurde die Frau mittags am 1. August in Begleitung eines Mannes auf dem Hansaplatz im Bahnhofsviertel St. Georg. Danach verliert sich ihre Spur.

Die Leichenteile wurden verteilt über das Hamburger Stadtgebiet gefunden

Die Leichenteile wurden verteilt über das Hamburger Stadtgebiet gefunden


Das Verschwinden und der Tod der Sexarbeiterin lösten in der Rotlicht-Szene Angst aus. Dass der Täter oder die Täterin offensichtlich durch die Stadt fuhr und nach und nach Leichenteile in den Gewässern beiseite schaffte, sorgte in ganz Hamburg für Beunruhigung. Man hoffte auf einen schnellen Ermittlungserfolg der  – ein Wunsch, der sich trotz großangelegter Zeugenaufrufe nicht erfüllte.

+++ Lesen Sie hier im stern: "Grausige Funde: Leiche zerstückelt – Angst unter Hamburgs Prostituierten" +++

So setzen die Ermittler jetzt auf ein Mittel, dass schon fast 2000 Mal geholfen hat, Straftaten aufzuklären: ein Aufruf in der ZDF-Sendung " ... ungelöst" mit Moderator Rudi Cerne am Mittwochabend. Das Format gilt bei Kriminalbeamten oft als "letzter Strohhalm", um Ermittlungen aus einer Sackgasse zu führen. Millionen TV-Zuschauer sollen sich nun an der Suche nach dem Mörder von Maria A. beteiligen und insbesondere bei der Beantwortung dieser Fragen helfen:

  • Wer hat das Opfer nach dem  1. August 2017 gesehen?
  • Wer kann Angaben zu dem unbekannten männlichen Begleiter vom Hansaplatz machen?
  • Wer hat an den Fundorten der Leichenteile in den Stadtteilen Rissen, Billbrook, Winterhude, Rothenburgsort und Horn verdächtige Beobachtungen gemacht?

Aufruf bei "Aktenzeichen XY" soll Polizei voranbringen

Das ZDF strahlt "Aktenzeichen XY ... ungelöst" am Mittwochabend um 20.15 Uhr im Fernsehen und in der Mediathek aus. Hinweise zum Tod von Maria A. nehmen die Hamburger Polizei unter (040) 428656789, jede andere Polizeidienststelle und das Aufnahmestudio des ZDF in München unter (089) 950195 entgegen. Die Staatsanwaltschaft hat für die Ergreifung des Täters eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.