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Hamburg: Babyleiche war Totgeburt

Grausiger Fund im Norden Hamburgs: Ein Spaziergänger hat in einer Einkaufstüte eine totes Neugeborenes gefunden. Das Mädchen wurde aber nicht Opfer eines Verbrechens.

Ein Passant hat in Hamburg-Barmbek ein totes neugeborenes Baby in einem Gebüsch gefunden. Nach Angaben der Polizei lag der kleine Leichnam in einer Plastiktüte. Der Spaziergänger vermutete "etwas Lebendiges" in der Tüte, untersuchte sie genauer und fand das Mädchen, wie Polizeisprecher Ralf Meyer sagte. Der Passant alarmierte Polizei und Notarzt. Der Mediziner konnte nur den Tod des Kindes feststellen.

Offensichtlich wurde das Neugeborene kurz nach der Geburt in einem Grünstreifen neben dem Metallgitterzaun einer Kindertagesstätte abgelegt. Die Mordkommission sperrte den Leichenfundort weiträumig ab. Beamte vernahmen Zeugen um herauszufinden, wie lange die schwarz-weiß-karierte Plastiktüte bereits dort lag.

Nicht verletzt, nie geatmet

Der Leichnam wurde in das Institut für Rechtsmedizin im Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf gebracht und obduziert. Dabei wurde eindeutig festgestellt, dass es sich bei dem Baby um eine Totgeburt handelt. Das Baby wies laut Polizei keine Verletzungen auf und hatte nie selbstständig geatmet. Es liegt damit keine Straftat vor, die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes wurden eingestellt. Hinweise auf die Mutter gibt es aber nicht.

In der Vergangenheit wurden in der Hansestadt immer wieder Neugeborene getötet worden. Im Februar 2003 hatten Anwohner die in einer Plastiktüte versteckte Leiche eines Babys in Hamburg-Sasel im Müll entdeckt. Die damals 18-jährige Mutter hatte das Kind nach der Geburt erwürgt. Einen Monat zuvor hatten Gartenbauarbeiter im Stadtteil Rothenburgsort die Leiche eines Säuglings in einer Plastiktüte gefunden. Laut Obduktion wurde der Junge erstickt.