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Hamburg: Pfarrer soll Kinder missbraucht haben

Die Vorwürfe sind schwerwiegend, die Beweise offenbar erdrückend: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen katholischen Priester aus Hamburg, der mehrere Ministranten sexuell missbraucht haben soll. Der Geistliche wurde bis auf weiteres beurlaubt.

Ein katholischer Geistlicher in Hamburg steht unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Priester. "Wir haben eine Anzeige erhalten und prüfen jetzt den Sachverhalt", sagte der Sprecher der Hamburger Ermittlungsbehörde und bestätigte damit einen Bericht des "Hamburger Abendblatts". Ein Mitglied des Pastoralrats der katholischen Kirche hatte über einen Rechtsanwalt Strafanzeige erstattet und Zeugen benannt. Danach soll sich der Priester an Ministranten vergriffen haben.

"Ich bin sehr betroffen, dass ein Priester unserer Kirche unter einem solchen Verdacht steht", sagte der Erzbischof der Hansestadt, Werner Thissen. Er habe erst durch Medienberichte von den Vorwürfen erfahren. "Ich habe den beschuldigten Priester bis zur Klärung der Vorwürfe vom Dienst beurlaubt. Dies geschieht zum Schutz möglicher Opfer und aus Fürsorge für den Verdächtigten. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um zur Aufklärung der Vorwürfe beizutragen", versicherte der Erzbischof.

Der beschuldigte Priester war im Erzbistum Hamburg tätig, gehört jedoch zu einem anderen Bistum. "Wenn junge Menschen durch einen Priester zu Schaden gekommen sind, bedauern wir das zutiefst. Wenn junge Menschen zu Schaden gekommen sind, werden wir alles tun, um ihnen zu helfen", heißt es in der Erklärung von Erzbischof Thissen.

Dem "Abendblatt" zufolge liegt der Strafantrag den Behörden bereits seit Anfang des Monats vor. Wie der Antragsteller erklärte, beruht die Anzeige auf Zeugenaussagen sowie auf mehreren bei einem weiteren Pfarrer gefundenen Briefen aus den Jahren 1999 und 2000. Der Rechtsanwalt des Antragsstellers, Wolfgang Vehlow, erklärte: "Die Vorwürfe sind ungeheuerlich, die Beweise schwerwiegend."

AP / AP