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Ex-Frau fast umgebracht: 14 Jahre Haft nach Horrorfahrt in Hameln

Ein Mann bindet in Hameln seine Ex-Frau am Auto fest und fährt los. Der gemeinsame Sohn ist mit dabei. Wegen versuchten Mordes hat jetzt das Landgericht Hannover das Urteil gesprochen.

Prozessbeginn um die Horrorfahrt von Hameln: der Angeklagte, Nurettin B.

Prozessbeginn um die Horrorfahrt von Hameln: Regungslos lauscht der Angeklagte, Nurettin B., den Ausführungen der Prozessbeteiligten. Wortlos lässt er das Treiben im 217. Saal des Landgerichts Hannover an sich vorüberziehen.

Weil er seine Ex-Frau in mit einem Strick um den Hals im November hinter seinem Auto hergeschleift hat, ist ein Mann zu einer 14-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Hannover sprach den 39-Jährigen des versuchten Mordes schuldig. Damit entsprach das Gericht der Forderung des Verteidigers. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert.

Der Mann hatte zum Prozessauftakt gestanden, dass er die 28-jährige Mutter seines Sohnes auf grausame Weise töten wollte. Nach Faustschlägen, Messerstichen und Axthieben band er die Frau laut Anklage an die Anhängerkupplung und fuhr schnell los. Nach rund 200 Metern löste sich das Seil, das Opfer überlebte schwer verletzt. Während der Tat saß der damals knapp dreijährige Sohn der beiden im . Hintergrund des Gewaltexzesses war ein Streit um Unterhaltszahlungen.

Horrorfahrt von Hameln sorgte für Entsetzen

Die Frau, die physisch und psychisch unter den Folgen des Verbrechens leidet, trat als Nebenklägerin auf. Während des Prozesses wurde auch der kleine Sohn als Nebenkläger zugelassen.

Nach Einschätzung des psychiatrischen Gutachters ist der Angeklagte zwar psychisch gestört, aber voll schuldfähig. Der komplexe Tatablauf spreche gegen eine Affekttat, sagte der Sachverständige im Prozessverlauf. In dem von seinem Verteidiger verlesenen Geständnis hatte der 39-Jährige angegeben, die Tat nicht geplant zu haben. Seile und Axt habe er wegen Gartenarbeiten stets im Auto dabei gehabt.  

Der Angeklagte hat wie das Opfer kurdische Wurzeln. Das Paar hatte 2013 nach islamischem Recht geheiratet. Nach Schilderung der Frau begannen die Misshandlungen, als sie zu dem Mann nach Eimbeckhausen bei Bad Münder zog. Im Frühjahr 2014 trennte sie sich von ihm.

Der brutale Mordversuch hatte im vergangenen Jahr bundesweit Bestürzung ausgelöst. In der Kleinstadt Hameln versammelten sich kurz danach Hunderte Menschen zu einer Mahnwache.


wue / DPA