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"Verletzte Familienehre": Schwangere Schwester erstochen - 22-Jähriger zu Haftstrafe verurteilt

Ein junger Mann, der seine schwangere Schwester und deren ungeborenes Kind mit 15 Messerstichen getötet hat, muss für 12 Jahre ins Gefängnis. Der Richter sagte, "verletzte Familienehre" habe eine Rolle gespielt.

Ein Polizeibeamter steht im Verhandlungssaal des Landgerichts in Hanau (Hessen) vor der Anklagebank

Der 22-jährige Angeklagte muss für die Tötung seiner älteren Schwester und deren ungeborenen Kindes 12 Jahre ins Gefängnis

Wegen Totschlags an seiner schwangeren Schwester muss ein 22-Jähriger ins Gefängnis. Das Landgericht Hanau in Hessen verurteilte ihn am Montag zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe. Er hatte in dem Strafprozess zugegeben, seine 30 Jahre alte Schwester bei einem eskalierten Familienstreit im Januar getötet zu haben. Laut Urteil stach er 15 Mal mit einem langen Küchenmesser im Wohnhaus der Frau auf das Opfer ein. Dadurch starb auch das ungeborene Kind (23. Woche) im Bauch der Mutter.

Verletzte Familienehre habe bei der Tat des syrischen Bürgerkriegsflüchtlings eine Rolle gespielt, sagte der Vorsitzende Richter. Die verheiratete Frau soll eine Affäre mit einem anderen Mann geführt haben. Ihm soll sie auch Sexvideos von sich geschickt haben.

Staatsanwaltschaft wollte lebenslänglich

Die Staatsanwaltschaft hatte auf Totschlag in besonders schwerem Fall und eine lebenslange Freiheitsstrafe plädiert, weil der Angeklagte seine Schwester brutal mit dem Messer "abgeschlachtet" habe. Der Verteidiger des Angeklagten hielt neuneinhalb Jahre für angemessen.

fin / DPA