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Havarie vor Neuseeland: "Rena"-Kapitän kommt sieben Monate hinter Gitter

Weil er es eilig hatte, löste der Kapitän des Containerschiffs "Rena" die größte maritime Umweltkatastrophe Neuseelands aus. Dafür müssen er und ein Offizier mehrere Monate in Haft.

Die Nacht des 5. Oktober 2011 um 02.14 Uhr: Bei voller Fahrt kracht das riesige griechische Containerschiff "Rena" auf das Astrolabe-Riff vor der neuseeländischen Küste. Der Kapitän hat in seiner Eile, den Hafen rechtzeitig vor Ebbe zu erreichen, eine Abkürzung genommen - mit katastrophalen Folgen, wie sich schnell zeigt. Das Schiff bricht, Öl tritt aus, Küsten werden verschmutzt, Vögel verenden. Am Freitag wurden der Philippiner und sein Offizier zu sieben Monaten Haft verurteilt. Es ist eine milde Strafe: Den beiden drohten sieben Jahre Gefängnis.

Aber die Richter entschieden ganz im Sinne der meisten Betroffenen. Die Wut der Küstenbewohner ist einem bemerkenswerten Willen zur Vergebung gewichen. "Ich sehe keinen Sinn in einer langen Freiheitsstrafe", sagte der Bürgermeister von Tauranga, Stuart Crosby, kurz vor dem Urteil. Das Riff liegt nur 22 Kilometer vor der Hafenstadt. "Keine Strafe der Welt ist der unglaublichen Gefahr angemessen, der der Kapitän uns ausgesetzt hat. Aber mir liegt nichts an einer Gefängnisstrafe. Mir wäre lieber, er dürfte einfach nie mehr ein Schiff führen."

Auch die etwa 20 Bewohner der Insel Motiti nahe dem Unglücksort setzen auf Vergebung. Sie leben vom Fischfang, ihre Lebensgrundlage wurde vorübergehend zerstört. "Verrottende Fische, ranzige Butter und Altöl produzierten einen entsetzlichen Gestank", schrieb die Lokalpresse damals. Im April luden die Inselbewohner den Kapitän und seinen Offizier zu einer Aussprache ein. Am Ende stand die Vergebung. "Es ist gut so, nun können wir in die Zukunft blicken und die beiden auch", sagte später die Sprecherin der Ureinwohner, Rangi Butler. Vor sechs Monaten war die Stimmung noch anders.

Havarie wie im Horrorfilm

Die Wut auf den Kapitän und seine Offiziere war anfangs enorm. Die Behörden fürchteten um ihre Sicherheit und brachten die beiden nach der Festnahme und Freilassung gegen Kaution an einen geheimen Ort.

Vor den Augen der Neuseeländer, die sich Naturschutz wie kaum ein anderes Land auf die Fahnen schreiben und damit Millionen Touristen anlocken, rollte die Havarie der "Rena" wie ein Horrorfilm ab: 350 bis 400 Tonnen Öl liefen aus und verpesteten die weißen Strände der Bay of Plenty-Bucht. Wochenlang kämmten Freiwillige die Strände ab und buddelten schmierige Klumpen aus dem Sand. Mehr als 2400 Vögel verendeten im Öl-Schlick, Hunderte weitere wurden verschmiert geborgen und aufgepäppelt. Von den 1368 Container an Bord fielen Hunderte ins Wasser. Verrottende Fleischbrocken wurden ebenso wie Möbel, Holz und aufgeplatzte Säcke mit Milchpulver angespült.

Das Wrack des 21 Jahre alten Containerschiffs hing wochenlang in Schieflage auf dem Riff. In einer höchst komplexen Bergungsaktion und unter Lebensgefahr pumpten Experten erst mehr als 1200 Tonnen Öl ab und fingen dann an, die Container zu bergen. Immer wieder unterbrachen meterhohe Wellen die Arbeiten. Der deutsche Schifffahrtsexperte Olaf Fölsch schätzte den Schaden im Januar auf bis zu 118 Millionen Euro. Kurz darauf zerbrach das Wrack im Sturm, das Heck versank im April. Das Bug hängt noch fest. Bis heute arbeiten Teams daran, Container zu bergen.

Die Kommission für Unfalluntersuchungen (TAIC) dokumentierte in ihrem Zwischenbericht, dass der Kapitän unter Zeitdruck war. Die Ladung hatte sich schon verzögert, er sollte den Hafen erreichen, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Der Kapitän sei nur ein kleines Rädchen im System, meinten Küstenbewohner in Stellungnahmen vor Gericht. Schuld sei ein System, das Schiffsbesatzungen dränge, immer schneller zu arbeiten.

David Barber, DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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