Heilbronn Großeinsatz nach Mord an Polizistin


Bei einer Schießerei in Heilbronn ist eine Polizistin erschossen worden, ein Kollege wurde lebensgefährlich verletzt. Die Täter entkamen mit den Dienstwaffen der Opfer. Die beiden Opfer waren im Rahmen des Programms "Sichere City" im Einsatz.

Nach den tödlichen Kopfschüssen auf eine junge Polizistin im baden-württembergischen Heilbronn haben die Ermittler noch keine heiße Spur von den Tätern. Auch der Tathergang blieb nach Angaben der Polizei zunächst völlig im Dunkeln. Die 22-jährige Beamtin war bei einem Routineeinsatz von Unbekannten erschossen worden. Ihr zwei Jahre älterer Kollege wurde bei der Schießerei lebensgefährlich verletzt und liegt mit einer schweren Kopfwunde im Koma.

"Ob die Polizeibeamten jemanden kontrollierten oder ihnen etwas verdächtig vorkam - darüber kann bisher nur spekuliert werden", teilte die Polizei mit. Es war das erste Mal seit mehr als 50 Jahren, dass in Heilbronn ein Polizist im Dienst getötet wurde.

Ein Passant hatte die beiden Polizisten auf dem Festgelände Theresienwiese gefunden. Sie lagen neben ihrem Dienstwagen. Die Dienstwaffen der Opfer - Pistolen vom Typ P 2000 - und die Handschellen fehlten. Die beiden Polizisten gehörten der Bereitschaftspolizei Böblingen an. Sie waren im Rahmen des Unterstützungseinsatzes "Sichere City" im Einsatz. Diese Aktion hat den Zweck, die Kriminalität zu verringern. Es gab nach Angaben der Ermittler keinen konkreten Auftrag für die Beamten. Sie sollten in der Heilbronner Innenstadt polizeiliche Präsenz zeigen und Kontrollen von verdächtigen Personen und Fahrzeugen durchführen.

Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein, die alle bisher eingegangenen Hinweise auf den oder die Täter überprüft. Im Rahmen der Ermittlungen wurden nach Angaben der Tageszeitung "Heilbronner Stimme" die Druckerei des Verlages und das verlagseigene Postverteilzentrum durchsucht. Angeblich hatte sich ein Verdächtiger mit einem Taxi dorthin bringen lassen. Die Ermittler seien aber nicht fündig geworden, teilte die Zeitung weiter mit.

Polizei riegelte Ausfallstraßen ab

Die Polizei war am Tatort mit einem Großaufgebot vertreten. Auch Hubschrauber waren im Einsatz. Der Verkehr rund um die Theresienwiese brach zusammen. Alle Ausfallstraßen aus der rund 120.000 Einwohner zählenden Stadt waren komplett abgeriegelt. Dadurch kam es zu großen Staus.

Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Er hoffe auf baldige Genesung des verletzten Beamten. Die Polizei werde alles tun, um die Hintergründe schnell und umfassend aufzuklären.

DPA DPA

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