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Heilbronn: Junge Männer schlagen Rentner zusammen

In Heilbronn haben drei junge Männer einen Rentner bewusstlos geschlagen. Der 73-Jährige hatte die mutmaßlichen Täter von der Schändung einer Erinnerungstafel abhalten wollen. Der Rentner wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Drei junge Männer haben am Mittwoch in Heilbronn einen Rentner bewusstlos geschlagen, weil er sie von der Schändung einer Gedenktafel für eine ermordete Polizistin abhalten wollte. Der 73-Jährige, der von seiner Ehefrau begleitet wurde, hatte die Männer - einen 19-jährigen Bosnier, einen 16-jährigen Türken und einen 22- jährigen Deutschen - angesprochen, als er sah, dass sie gegen die Erinnerungstafel traten. Nach weiteren Angaben der Polizei schlug einer der Tatverdächtigen den älteren Mann so massiv auf den Kopf, dass dieser das Bewusstsein verlor. Der Rentner wurde mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Die einschlägig bekannten Täter flüchteten, konnten aber kurze Zeit später festgenommen worden. Nach bisherigen Ermittlungen hatten die alkoholisierten jungen Leute zuvor bereits in der Innenstadt von Heilbronn mehrere Personen belästigt oder angegriffen und einige von ihnen verletzt.

Oettinger zeigt sich bestürzt

Die Tat löste Betroffenheit aus. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) zeigte sich bestürzt und verurteilte die Tat als schändlich und menschenverachtend. "Ich danke dem schwer verletzten Rentner für seine Zivilcourage", sagt Oettinger. Innenminister Heribert Rech (CDU) zeigte sich betroffen über die brutale Tat und das "ruchlose Verhalten" an der Gedenktafel. An der Stelle war im April 2007 eine junge Polizistin erschossen, ihr Kollege schwer verletzt worden.

Vor zwei Wochen hatte in einer Münchner U-Bahn-Station ein Rentner mehrere Schädelbrüche erlitten, als er von zwei Jugendlichen niedergestoßen und mit Fußtritten unter anderem gegen den Kopf schwer verletzt wurde. Die zwei jungen Männer sitzen in Untersuchungshaft. Dieser Fall war Auslöser der derzeit geführten Diskussion über die Verschärfung des Jugendstrafrechts.

DPA/AP / AP / DPA