Heilbronner Polizistenmord Polizei entdeckt neue Spur vom "Phantom"


Es war ein echter Zufallsfund: Eigentlich waren die Polizeibeamten wegen eines gewalttätigen Streits zwischen zwei Männern zu einer Wohnung im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt gerufen worden. Bei der anschließenden Spurensicherung erlebten die Ermittler jedoch eine Überraschung.

Die Mörderin einer Heilbronner Polizistin hat in Mannheim (Baden-Württemberg) eine neue Spur hinterlassen. Diese Angaben des "Mannheimer Morgen" bestätigte die Polizei. Die Ermittler fanden im Stadtteil Neckarstadt eine DNA-Spur der "Frau ohne Gesicht" - nach ihr wird unter anderem im Zusammenhang mit dem Mord an einer Polizistin in Heilbronn im April 2007 gefahndet.

Die Spuren des "Phantoms" an einer Wohnungstür seien ein Zufallsfund, der bei Ermittlungen in einem anderen Fall entdeckt wurde. "Es scheint, keine heiße Spur zu geben im Moment", sagte ein Polizeisprecher in Heilbronn.

Die DNA-Spur war bei den Ermittlungen im Fall eines gewalttätigen Streits zwischen zwei Männern entdeckt worden. Ein 29-Jähriger hatte in der Wohnung bei einer Auseinandersetzung im Oktober 2008 einen sieben Jahre älteren Mann mit einem Küchenmesser am Hals verletzt. Bei der Spurensicherung waren die Ermittler auf die DNA der "unbekannten weiblichen Person" an der Wohnungstür des 29-Jährigen gestoßen. Die Männer hätten bislang keine Angaben dazu gemacht, sagte ein Polizeisprecher.

Staatsanwaltschaft und Polizei gehen allerdings davon aus, dass die aktuelle Spur der mutmaßlichen Mörderin nicht im Zusammenhang mit dem Streit der Männer steht, hieß es. Wann sich das "Phantom" in dem Mannheimer Haus aufhielt, ließe sich nicht bestimmen. Die Beamten hätten Speichelproben der Bewohner genommen und diese befragt. "Wir wollen sicherstellen, dass die DNA zu keinem der Bewohner gehört", hieß es bei der Polizei in Heilbronn. Die Auswertung der Speichelproben wird laut Polizei noch ein paar Tage andauern.

Die "Phantommörderin" wird auch mit den Morden an einer Rentnerin in Idar-Oberstein 1993 und an einem Rentner in Freiburg 2003 in Verbindung gebracht. Sie hinterließ ihren genetischen Fingerabdruck rund 40 Mal in Deutschland, Frankreich und Österreich.

DPA/AP AP DPA

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