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Hannover: Hells Angel erschießt sich nach mysteriösem Facebook-Post

Tragödie in Hannovers Rotlichtmilieu: Der Hells Angel Andre S. hat sich auf offener Straße vor einem Nachtclub erschossen. Kurz vor seinem Tod postete er eine mysteriöse Botschaft auf Facebook.

Vor diesem Nachtclub in Hannover nahm sich der 51-jährige Hells Angel Andre S. das Leben.

Vor diesem Nachtclub in Hannover nahm sich der 51-jährige Hells Angel Andre S. das Leben

Der Party-Betrieb im Rotlichtmilieu läuft Sonntag um 4.30 Uhr nachts auf Hochtouren, als plötzlich Schüsse fallen. Der 51-jährige Andre S. richtet seine Waffe gegen sich selbst - und erschießt sich auf offener Straße, vor einem Nachtclub, der ihm bis vor Kurzem noch gehörte. Viele Nachtschwärmer werden Zeugen der Tat. Die Polizei sperrt die Straße umgehend ab, die umliegenden Etablissements schließen. Kurz vor seinem Suizid postete der gebürtige Hamburger noch eine mysteriöse Botschaft auf Facebook. Dort zusehen: Eine Silhouette mit Kapuze, gezogener Waffe und der Ansage: "Freunde verrät man nicht!". Darüber hatte Andre S. kommentiert: "Wie wahr!!!". Der Facebook-Post ist mittlerweile nicht mehr abrufbar.

Der Hintergrund der Tat gibt Rätsel auf. War der Facebook-Post als letzte Botschaft zu verstehen? "Wir schließen ein Fremdverschulden aus und haben das Verfahren an die Staatsanwaltschaft übergeben", sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Hannover gegenüber der "Hamburger Morgenpost". Der Sprecher der Hells Angels, Rudolf "Django" Triller, bestätigte der Zeitung, dass Andre S. vor zirka zwei Wochen seinen Austritt bei dem Motoradclub bekanntgegeben habe. Offenbar trug Andre S. jedoch bis zuletzt die der Höllenengel, die nach Clubstatuten eigentlich nach einem Ausscheiden entfernt werden müssen.

Andre S. in Ungnade gefallen?

Der plötzliche Suizid, in Verbindung mit dem Facebook-Post, deutet auf mögliche interne Streitigkeiten hin. Der Hells-Angels-Sprecher dementierte auf Anfrage der "Morgenpost" jedoch einen Pressebericht, der suggerierte, dass Andre S. beim Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth in Ungnade gefallen sei. Hanebuth sitzt seit Juli 2013 in Spanien in Untersuchungshaft - vor Kurzem erst wurde bei einem Haftprüfungstermin beschlossen, dass der Rocker-Chef vorerst im Gefängnis bleiben muss.

Wie die "Hannoversche Allgemeine" berichtet, soll Andre S. jedoch vor einiger Zeit aus dem Club geworfen worden sein. Nach Informationen der Zeitung habe der 51-Jährige das nach all den Jahren Mitgliedschaft möglicherweise nicht verkraftet. Als Grund für den angeblichen Rauswurf nennt die Zeitung das öffentliche Auftreten und den Drogenkonsum des gebürtigen Hamburgers. Ein Vorfall aus dem Jahr 2010 soll die Hells-Angels-Spitze besonders verärgert haben: Andre S. hatte ein Kamerateam des massiv bedroht. 2011 wurde er deshalb zu einer Geldstrafe verurteilt. Dieser Vorfall habe dazu geführt, dass die Polizei den Druck auf die Hells Angels Hannover erhöhte - 2012 löste sich der Charter dann auf.

Laut Informationen der "Hannoverschen Allgemeinen"  haben sich die Machtverhältnisse bei den Hells Angels seit Hanebuths Inhaftierung verändert. Möglicherweise hängt der Verkauf von Andre S.' Nachtclub in Hannover damit zusammen. Nach dem Suizid des Hells Angel lagen vor seinem früheren Laden viele Blumen als Zeichen der Anteilnahme - neben dem Eingang weht nun die russische Fahne der neuen Besitzer.

amt