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Festnahme in Wien: Polizei fasst untergetauchten Hells-Angels-Boss Marcus M.

Dem Hells-Angels-Chef Marcus M. wird vorgeworfen, im Juni 2016 ein Mitglied eines verfeindeten Rockerclubs getötet zu haben. Dafür saß der 34-Jährige auch in U-Haft, wurde aber freigelassen und tauchte unter. Nun schnappte ihn die Polizei in Wien.

Polizisten stehen vor einem Vereinslokal der Hells Angels in Wien

Rund 100 Polizeibeamte waren bei der Festnahme des Hells-Angels-Boss Marcus M. in Wien im Einsatz

Der unter Mordverdacht stehende und längere Zeit untergetauchte Hells-Angels-Boss Marcus M. ist in Wien gefasst worden. Der 34-Jährige wurde in einem Vereinslokal des Rockerklubs in Wien von einem Großaufgebot der Polizei mit rund 100 Einsatzkräften widerstandslos festgenommen, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Mittwoch berichtete. Er soll im vergangenen Juni in Leipzig gemeinsam mit weiteren Verdächtigen ein Mitglied eines konkurrierenden Rockerklubs getötet haben. Nach M. wurde europaweit per Haftbefehl gesucht.

Das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen und die Staatsanwaltschaft Leipzig bestätigten die Festnahme zunächst nicht. Das LKA hatte am Dienstag eine öffentliche Fahndung nach Marcus M. ausgerufen. Für Hinweise zur Ergreifung des Präsidenten des mittlerweile aufgelösten Hells Angels Charter Leipzig waren 10.000 Euro ausgesetzt.

Hells-Angels-Boss soll verfeindeten Rocker getötet haben

Hintergrund ist eine tödliche Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Rockergruppierungen in Leipzig - den Hells Angels und den United Tribuns Iron City Leipzig. Dabei waren am 25. Juni vergangenen Jahres ein 27-Jähriger erschossen und zwei weitere Menschen lebensgefährlich verletzt worden.

M. war zunächst in Untersuchungshaft gekommen, dann aber freigelassen worden und untergetaucht. Gegen den gebürtigen Cottbuser wurde ein europäischer Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des gemeinschaftlichen Mordes erlassen.

APA zitierte einen Sprecher des österreichischen Bundeskriminalamts, wonach sich M. widerstandslos festnehmen ließ. Rund hundert Beamte seien im Einsatz gewesen. M. sei in ein Gericht gebracht worden, wo über die Auslieferung nach Deutschland entschieden werden solle.

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mod / AFP