Hells Angels Acht Bremer Biker festgenommen


2000 Motorradrocker der Hells Angels feierten in Hannover ihr Europatreffen. Einen Tag später deckte die Polizei die hässliche Seite der Biker auf: Acht Mitglieder wurden wegen eines Überfalls festgenommen, bei Durchsuchungen fanden sich Waffen und Drogen.

In Norddeutschland ist der Polizei und Justiz ein Schlag gegen die Rockergruppe Hells Angels gelungen. Bei einer gemeinsamen Aktion der Landeskriminalämter Niedersachsen und Bremen wurden acht Mitglieder der Vereinigung und ein weiterer Verdächtiger verhaftet sowie Waffen und Drogen gefunden. Bei allen Beschuldigten handelt es sich um Angehörige oder Unterstützer der "Hells Angels Westside" aus Bremen.

Laut dem zuständigen Landeskriminalamt erfolgten die Verhaftungen der Rocker auf einem Autobahnparkplatz in der Nähe von Walsrode im Harz etwa zeitgleich mit einer Razzia in einem Lokal sowie in Wohnungen von Angehörigen der Gruppierung in Bremen. Beim Zugriff an dem Parkplatz der Autobahn 27 befanden sich die Rocker den Angaben zufolge auf der Rückfahrt von einem europaweiten Treffen der "Hells Angels", dem Euro Run in Hannover, bei dem rund 2000 Motorradrocker zusammenkamen.

Bandenkrieg veranlasste Ermittlungen

Vorausgegangen waren längere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Verden und des LKA Niedersachsen, um einen Raubüberfall auf ein Clubhaus des Rockerclubs "Bandidos" in Stuhr vom März 2006 aufzuklären. Bei dem Überfall auf die verfeindete Motorradgang waren sechs Personen niedergeschlagen, gefesselt und körperlich teilweise schwer misshandelt worden. Zudem wurden diverse Gegenstände aus dem Clubhaus geraubt.

Aufgrund der Ermittlungen ergab sich ein dringender Tatverdacht gegen mehrere Personen, und das Amtsgericht Verden erließ mehrere Haftbefehle. Diese wurden nun gegen acht Mitglieder der Hells Angels und einen weiteren Mann vollstreckt.

"Hohe Gewaltbereitschaft" belegt

In Bremen wurden derweil ein Lokal der Hells Angels samt Nebengebäuden sowie fünf Privatwohnungen von Mitgliedern und Unterstützern der Vereinigung durchsucht. Grundlage der Razzia war den Angaben zufolge unter anderem ein in Bremen geführtes Strafverfahren wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Waffengesetz. Sichergestellt wurden Schusswaffen, Hieb- und Stichwaffen sowie Betäubungsmittel. Die in dem Lokal aufgefundenen Schusswaffen hätten zum Teil aus einem Einbruch in ein Waffengeschäft in Ostwestfalen gestammt, hieß es.

Die ihnen zur Last gelegten Taten seien ein "Beleg für das erschreckend hohe Maß an Gewaltbereitschaft in diesen Kreisen", heißt es in der Mitteilung des LKA Niedersachsen und der Staatsanwaltschaft Verden.

DPA/AP AP DPA

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