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Hells Angels in Nordrhein-Westfalen: Der Rockerkrieg ist wieder ausgebrochen

Die schwelenden Konflikte im Rockermilieu in Nordrhein-Westfalen haben erneut zu massiven Gewaltausbrüchen geführt. Fast täglich wird die Liste länger.

Nachts fallen in Duisburg immer wieder Schüsse. Tagsüber stehen verunsicherte Anwohner ratlos vor Einschusslöchern in Autos und Läden. Zuvor waren die Rockergruppen Hells Angels und Satudarah mit Fäusten und Schlagwaffen aufeinander losgegangen. In Düsseldorf wälzt sich ein 26-Jähriger durch Messerstiche verletzt in seinem Blut. Er wird Satudarah zugerechnet und einer der mutmaßlichen Täter den Hells Angels. Am Sonntagabend wird in Oberhausen ein 23-jähriger Hells Angel niedergeschossen. Der Rockerkrieg ist zurück in Nordrhein-Westfalen.

Die Polizei versucht mit nächtlichen Kontrollen und starker Präsenz, die Lage wieder in den Griff zu bekommen. Als die niederländischen Satudarah-Rocker im vergangenen Sommer ein eigenes Chapter in Duisburg gründeten, war das als Kampfansage an die Hells Angels gedeutet worden. Die Befürchtungen sind inzwischen wahr geworden.

"Wir nehmen die Entwicklung ernst. Die Provokationen nehmen zu", sagt Thomas Jungbluth, als Kriminaldirektor im Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität zuständig. "Die Clubs haben sehr stark expandiert und viele neue Mitglieder rekrutiert. Das birgt Konfliktpotenzial." Außerdem gebe es Hinweise, dass sich Satudarah auch im Raum Kleve ansiedeln will. "Das könnte von den Hells Angels als Provokation empfunden werden."

Konfliktlinie verläuft am Niederrhein

Dennoch hätten der staatliche Druck und die Verbote der Hells Angels in Köln und der Bandidos in Aachen gewirkt. "Dort ist die Szene deutlich ruhiger geworden." Zudem hätten sich die Bandidos in Oberhausen und der Hells-Angels-Charter Midland in Solingen selbst aufgelöst, wohl weil sie Verbote befürchteten. Die Konfliktlinie verlaufe derzeit am Niederrhein: "Da passiert am meisten."

Und es könnte sich ein weiterer Konflikt anbahnen: In Bergheim wird ein Mitglied der rockerähnlichen Black Jackets erschossen, die aus Baden-Württemberg kommend in NRW Fuß gefasst haben. Auch wenn die Tat nicht den Rivalitäten zugerechnet wird, wirft sie ein Schlaglicht auf eine weitere Gruppe, die in NRW neu auf dem Markt ist und bei den Geschäften der Gangs mitmischen will.

"Zudem mischt eine neue Rocker-Generation die Szene auf", berichtet der Düsseldorfer Journalist Jörg Diehl ("Spiegel Online"), der seit vielen Jahren im Rockermilieu recherchiert und gerade ein Buch über den "Rockerkrieg" geschrieben hat. "Die jungen Wilden machen, was sie wollen", sagt Diehl. "Motorräder spielen immer weniger eine Rolle. Und für die alten Silberrücken wird es schwieriger, die Situation zu beherrschen. Die strikte Rocker-Hierarchie ist kaum noch durchzusetzen."

Rockerfehden fordern Tote in NRW

Ein Indiz dafür ist der Wechsel ganzer Scharen von Rockern zwischen Bandidos und Hells Angels. "Früher wäre das undenkbar gewesen", sagt Diehl. So nehme inzwischen Ramin Y., der vor einem Jahr bei einer blutigen Massenschlägerei von 100 Rockern in Mönchengladbach als Bandido einen Hells Angel niedergestochen haben soll, inzwischen bei den Angels eine führende Rolle ein.

Die Rockerfehden haben in NRW auch schon Tote gefordert. 2007 wird ein Hells Angel in Ibbenbüren erschossen, 2009 stirbt Bandido "Eschli" in Duisburg. 2012 gibt es in Mönchengladbach beinahe den nächsten Toten - bei einer Straßenschlacht von Rockern, zu der Polizei auch aus den umliegenden Städten eilt, wird ein Höllenengel lebensgefährlich verletzt.

Frank Christiansen, DPA / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.