HOME

Hells-Angels-Verbot: Die Hessen waren nicht die Ersten

In Frankfurt wurden jetzt zwei Clubs der Hells Angels verboten. Damit ist Hessen nicht das erste Bundesland, das Schritte gegen die Rocker in die Wege leitet.

Das hessische Innenminsterium hat am Freitag zwei regionale Ableger des Rockerclubs "Hells Angels" in Frankfurt verboten. Mit dem Verbot steht das Innenministerium nicht alleine da: Mehrere Bundesländer sind bereits mit Verboten gegen die Hells Angels vorgegangen. Grundlage dafür ist Paragraf 3 des Vereinsgesetzes. Danach darf ein Verein verboten werden, "wenn seine Zwecke oder seine Tätigkeit den Strafgesetzen zuwiderlaufen" oder wenn "er sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder den Gedanken der Völkerverständigung richtet". Beispiele:

Juni 2011: Rund um Pforzheim (Baden-Württemberg) durchsuchen hunderte Polizisten aus mehreren Bundesländern Wohnungen, Clubheime und Gaststätten. Sie beschlagnahmen Waffen, Drogen, Computer und Bargeld. Die Gruppierung "Hells Angels MC Charter Borderland" und deren Unterstützerclub "Commando 81 Borderland" werden vom Stuttgarter Innenministerium verboten. Anlass war ein blutiger Kampf zwischen den Rockern und der Türstehervereinigung United Tribuns.

April 2010: Nach monatelangen blutigen Auseinandersetzungen im Rockermilieu verbietet Schleswig-Holsteins Innenminister Klaus Schlie (CDU) die "Hells Angels MC Charter Flensburg" sowie die "Bandidos MC Probationary Chapter Neumünster". Bei einer Razzia stellen hunderte Polizisten Waffen und Munition sicher, Vermögen wird beschlagnahmt. Einen Eilantrag gegen das Verbot lehnt das Oberverwaltungsgericht Schleswig ab.

Januar 2001: Der Rockerclub sei eine kriminelle Vereinigung, deren Mitglieder schwere Straftaten begangen hätten, befindet NRW-Innenminister Fritz Behrens (SPD) und verbietet den Verein "Hells Angels Germany Charter Düsseldorf". Die Vorwürfe: Raub, schwere Körperverletzung und illegaler Waffenhandel.

November 1983: Auf Antrag der Hamburger Innenbehörde werden die Hells Angels vom Bundesinnenministerium in der Hansestadt verboten. Wegen Schutzgelderpressung, Zuhälterei, Körperverletzung und Waffenbesitz verurteilt das Hamburger Landgericht mehrere Mitglieder zu langen Haftstrafen. Eine Klage der Hells Angels auf Aufhebung des Verbots scheitert 1988 vor dem Bundesverwaltungsgericht in Berlin.

hw/DPA / DPA