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Henriette Reker sagt vor Gericht aus: "Ich hatte große Sorge, dass ich gelähmt sein könnte"

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker ist wieder auf den Mann getroffen, der ihr im Oktober ein Messer in den Hals gerammt hatte. Als Zeugin hat sie vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf im Prozess gegen Frank S. ausgesagt.

Die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, spricht vor einem Verhandlungssaal im Oberlandesgericht Düsseldorf in Mikros.

Die Oberbürgermeisterin von Köln, Henriette Reker, vor dem Verhandlungssaal des Oberlandesgerichts in Düsseldorf

Die Kölner Oberbürgermeisterin   hat im Prozess gegen ihren Attentäter ausgesagt. Vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht traf sie zum ersten Mal nach der Tat wieder auf ihren Angreifer. Reker schilderte ihre Erinnerungen an den Messerangriff. "Ich bin sofort zu Boden gegangen und habe gemerkt, dass ich aus Mund und Nase blute", sagte sie.

Einen Tag vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin war Reker von dem 44-jährigen Frank S. niedergestochen worden. Der arbeitslose Maler und Lackierer hatte ihr ein Jagdmesser in den Hals gerammt. "Ich hatte große Sorge, dass ich gelähmt sein könnte", sagte Reker. Sie wurde lebensgefährlich verletzt. Während sie an die Spitze der größten Stadt Nordrhein-Westfalens gewählt wurde, lag sie im künstlichen Koma.

Angeklagter hat Angriff auf Reker gestanden

Reker zeigte sich vor dem ersten Zusammentreffen mit ihrem Attentäter vor Gericht gefasst. "Die Konfrontation mit dem Attentäter im Gerichtssaal ist für mich kein Problem", sagte sie vor ihrer Zeugenaussage.

Der angeklagte Attentäter hat den Messerangriff bereits gestanden, bestreitet aber eine Tötungsabsicht. Er habe gegen Rekers Flüchtlingspolitik ein Zeichen setzen wollen, hatte er ausgesagt. Er habe die heute 59-Jährige nur verletzen wollen.

Die parteilose Politikerin war damals für die Unterbringung der Flüchtlinge in Köln zuständig. Dem Angreifer droht wegen versuchten Mordes lebenslange Haft.

jen / DPA