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Kindermord in Herne: Marcel Heße bleibt trotz mehr als 1400 Hinweisen unauffindbar

Insgesamt 1416 Hinweise sind bei der Polizei eingegangen, aber die Suche nach dem mutmaßlichen Kindermörder von Herne, Marcel Heße, gestaltet sich weiter erfolglos. Ermittler kündigen die Verteilung von Handzetteln und Plakaten an.

Polizei fahndet nach Marcel H.

Die Polizei fahndet weiter nach Marcel Heße aus Herne

Mehr als 1400 Hinweise, aber weiter kein Fahndungserfolg: Trotz des Einsatzes von Polizeihubschraubern, Spürhunden und eines Großaufgebots von Polizisten ist die fieberhafte Suche nach dem mutmaßlichen Kindsmörder von Herne auch am Donnerstag zunächst erfolglos geblieben. Durchsuchungen in mehreren Orten führten die Ermittler nicht auf die erhoffte heiße Spur zu dem 19-jährigen Marcel H., wie die Polizei in Dortmund mitteilte.

"Aber die Fahndung läuft bundesweit weiter", sagte ein Polizeisprecher drei Tage nach dem Mord an einem neunjährigen Jungen in Herne, der dem 19-jährigen H. zur Last gelegt wird. "Wir wollen den Fahndungsdruck auf den mutmaßlichen Täter aufrecht erhalten." Laut Polizei gingen bis zum Donnerstagnachmittag 1416 Hinweise aus ganz Deutschland zum möglichen Aufenthaltsort des Gesuchten ein.

Großeinsätze in Mönchengladbach und im Siegerland

Nach entsprechenden Tipps aus der Bevölkerung rückte die Polizei am Donnerstag unter anderem in Mönchengladbach und im Siegerland zu Großeinsätzen aus. In Mönchengladbach-Neuwerk durchkämmten Beamte ein Krankenhaus, in dessen Umfeld H. gesehen worden sein sollte. Die Zeugenbeobachtung bestätigte sich jedoch nicht.

Im Siegerland ging die Polizei dem Hinweis nach, dass sich der mutmaßliche Mörder im Raum Wilnsdorf/Elkersberg aufhalten könnte. Die Beamten leiteten "umfangreiche Fahndungsmaßnahmen" ein, die jedoch ebenfalls nicht zum Erfolg führten.

Der als Einzelgänger geltende H. steht im dringenden Verdacht, den neunjährigen Nachbarsjungen am Montagabend im Keller eines Reihenhauses in Herne erstochen haben. Anschließend verlor sich die Spur des 19-Jährigen, der sich mit seiner Tat im sogenannten Darknet gebrüstet haben soll. Nach der Bluttat soll er Suizidabsichten angedeutet haben.

Nach neuen Erkenntnissen der Ermittler verletzte sich H. bei der Bluttat an der rechten Hand. Die Polizei hofft nun auf Hinweise, ob sich der Tatverdächtige am Montagabend oder am Dienstag womöglich in einem Krankenhaus, einer Apotheke oder bei einem Arzt wegen dieser Handverletzung behandeln ließ.

Die Ermittler veröffentlichten am Donnerstag zudem das Foto eines Hunds und baten um nähere Angaben zu dem Tier beziehungsweise zu dessen Besitzer. Das Hundefoto wurde womöglich von H. auf seiner Flucht aufgenommen. Die Polizei kündigte zugleich für Donnerstagnachmittag die Verteilung von Handzetteln und Plakaten in Herne an, um die Fahndung nach dem Tatverdächtigen weiter voranzubringen.

Herne: Polizei prüft Audiobotschaft

Darüber hinaus prüfte die Polizei, ob eine unterdessen aufgetauchte Audiobotschaft von dem mutmaßlichen Täter stammt. In der Tondatei werden Eindrücke des Täters nach dem Mord geschildert. Unklar war aber zunächst, ob sie tatsächlich von H. stammt.

Weiterhin nicht abschließend geklärt war auch die Herkunft eines bereits am Dienstag veröffentlichten Chats, wonach der Gesuchte nach der Tötung des Neunjährigen eine Frau in seine Gewalt gebracht, gefoltert und ermordet haben soll. Zwar gab es für ein solches zweites Verbrechen unverändert keine Anhaltspunkte. Es könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, sagte der Polizeisprecher.

tim / AFP