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Herner Doppelmord-Prozess: Polizist über Marcel H.: "Zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ihm irgendetwas leidtat"

Tag zwei im Prozess um den Doppelmord in Herne. Anfang März wurde Marcel H. festgenommen und wegen zweifachen Mordes angeklagt. Der 19-Jährige gesteht seine Tat in einer erschreckenden Detailversessenheit. 

Der Angeklagte Marcel H. im Bochumer Landgericht

Der Angeklagte Marcel H. im Bochumer Landgericht

Ein Polizeibeamter hat den mutmaßlichen Doppelmörder von Herne, Marcel H., als kalt und emotionslos beschrieben. Der Kommissar hatte den 19-Jährigen noch in der Nacht nach dessen Festnahme vernommen und berichtete, wie der junge Mann seine grauenhaften Taten detailreich beschrieb.

"Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass ihm irgendetwas leidtat", sagte der 48-Jährige am Dienstag als Zeuge vor dem Bochumer Landgericht. "Er wollte seine Geschichte erzählen, das war ihm wichtig." Und zwar mit allen Details: "Er hat mir sein Geständnis praktisch diktiert."

"Es sah für mich alles aus wie im Film"

In der rund dreistündigen Vernehmung nach seiner Festnahme schilderte Marcel H. demnach genau, wie er den neunjährigen Nachbarsjungen Jaden in seinen Keller gelockt und dort getötet habe. "Ich habe Jaden am Hals gehalten und zugestochen - und als er mich angeguckt hat, habe ich ihm in die Augen gestochen", gab der 19-Jährige den Angaben zufolge bei der Polizei zu Protokoll. Danach sei ihm allerdings alles surreal erschienen, habe der arbeitslose Deutsche ausgesagt. "Es sah für mich alles aus wie ein Film, obwohl es natürlich kein Film war."

Später hieß es demnach in einer Sprachnachricht von Marcel H. an einen Freund: "Ich habe hier gerade den Nachbarn umgebracht. Fühlt sich ehrlich gesagt gar nicht so besonders an." Dieses Tondokument wurde am Dienstag im Prozess vorgespielt. Dabei herrschte im voll besetzten Gerichtssaal absolute Stille.

Lebenslange Strafe für Marcel H. möglich

Auch sein zweites Opfer soll der Angeklagte regelrecht hingerichtet haben. Nach seiner Schilderung bei den Ermittlern legte er seinem früheren Schulfreund Christopher W., bei dem er Unterschlupf gefunden hatte, nach über 60 Messerstichen einen Bademantelgürtel um den Hals und zog zu. "Danach hat er aufgehört zu strampeln und ich war sicher, dass er tot war", heißt es in dem Vernehmungsprotokoll.

Das Motiv für die Tötung des kleinen Jaden soll Mordlust gewesen sein. Der 22-jährige Christopher W. musste laut Anklage sterben, weil er mitbekommen hatte, dass nach Marcel H. gefahndet wird und er deshalb die Polizei rufen wollte.

Im Falle einer Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht drohen Marcel H. bis zu 15 Jahre Haft. Sollte er nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden, ist auch die Verhängung einer lebenslangen Freiheitsstrafe möglich.

fk / DPA
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Betruf beim Autokauf
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