Hessen Festnahmen nach Schießerei vor Eisdiele


Nach der Schießerei mit drei Toten und einem lebensgefährlich verletzten Opfer im südhessischen Rüsselsheim haben die Ermittler zwei Verdächtige vorläufig festgenommen. Ein dritter schwer verletzter Verdächtiger steht ebenfalls unter Aufsicht der Polizei.

Nach der Schießerei in der Rüsselsheimer Innenstadt mit drei Toten sind zwei Personen vorläufig festgenommen worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Darmstadt sagte: "Wir sind auf der Spur." Ein dritter schwer verletzter Verdächtiger stehe ebenfalls unter Aufsicht der Polizei.

Vor einer Eisdiele waren am Vorabend zwei türkische Männer und eine Frau getötet worden. Ein weiterer Mann liegt mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Nach Polizeiangaben flüchteten mindestens vier Täter. Die Polizei hatte ursprünglich von vier Toten gesprochen, revidierte ihre Angaben aber später.

Die blutige Schießerei in der Nähe des Rüsselsheimer Bahnhofs hatte sich vor den Augen mehrerer Gäste ereignet. Zeugen fanden die beiden getöteten Männer vor dem Eiscafé "De Rocco". Der lebensgefährlich verletzte Mann und die getötete ältere Frau lagen dagegen in dem Lokal.

Über die Identität der Opfer ist bislang nur bekannt, dass die drei Männer türkische Staatsbürger sind. Auch die Hintergründe der Bluttat blieben zunächst unklar. Fest stehe nur, dass keines der Opfer das Feuer erwidert habe, erklärte die Polizei.

Die Frau war vermutlich rein zufällig in die Schusslinie geraten. Anwohner der Fußgängerzone hatten die Schüsse kurz vor 20 Uhr gehört. Nach ersten Erkenntnissen benutzten die Täter neben den Schusswaffen auch ein Messer.

Über das Motiv der Täter herrscht noch Unklarheit. Hinweise auf einen möglichen Mafia-Mord gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. "Wir haben dazu bisher null Hinweise", sagte ein Beamter des Innenministeriums in Wiesbaden. Ob es sich um organisierte Kriminalität handelt, konnten die Ermittler ebenfalls noch nicht beurteilen. Die vier Opfer waren unbewaffnet. Allerdings will ein Zeuge gesehen haben, wie die drei Türken und ihre späteren Mörder vor der Tat gemeinsam an einem Tisch in der Eisdiele saßen. Auch das bestätigte die Polizei jedoch nicht.

Während der gesamten Nacht fahndeten die Ermittler mit Hochdruck nach "mindestens vier Männern". Dabei kam auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera zum Einsatz.

DPA DPA

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