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Hinter Auto hergeschleift: So geht es dem Opfer aus Hameln heute

Ihr Ex-Partner soll sie Ende November mit einem Seil ans Auto gebunden und über mehrere Straßen geschleift haben. Fast wäre die Frau dabei gestorben. Nun äußerte sich ihr Anwalt zum heutigen Gesundheitszustand seiner Mandantin.

Frau hinter Auto hergeschleift: Polizisten sichern Spuren nach der Beziehungstat in Hameln

Nach der schrecklichen Tat in Hameln sichern Polizisten Spuren (Archivbild)

Es war eine Beziehungstat, die bundesweit Entsetzen auslöste und vor allem die Bürger Hamelns tief verstört zurückließ: Ende November soll ein 38-Jährige seine Ex-Partnerin mit einem Seil um den Hals an sein Auto gebunden und anschließend über drei Straßen der niedersächsischen Kleinstadt geschleift haben, während der gemeinsame, damals zweijährige Sohn mit im Fahrzeug saß. Vermutlich nur weil sich das Seil löste, blieb die Frau lebend, jedoch mit schwersten Verletzungen auf einem Gehweg liegen. Trotz mehrerer Notoperationen musste sie aufgrund ihres kritischen Zustands ins künstliche Koma versetzt werden. Der mutmaßliche Täter selbst stellte sich nach der Fahrt der Polizei. Er sitzt seitdem wegen des Verdachts auf versuchten Mord in Untersuchungshaft.

Gut drei Monate nach der Schreckenstat hat sich nun der Anwalt des Opfers, Roman von Alvensleben, zum Gesundheitszustand seiner Mandantin geäußert. Demnach ist die 28-Jährige seit Dezember zwar außer Lebensgefahr, dennoch habe sie nach wie vor Schmerzen und leide unter Bewegungseinschränkungen, erklärte der Jurist gegenüber dem NDR. Dies werde angesichts der erlittenen schweren Kopfverletzungen der Frau, die sich derzeit in einer Reha-Klinik befindet, wohl auch noch einige Zeit so bleiben.

Körperliche und seelische Beschwerden nach Tat in Hameln

"Kognitiv ist sie erreichbar und reagiert auch ganz gelassen auf Fragen und Antworten - und gibt auch Antworten", so von Alvensleben. Allerdings merke man auch, "dass eben eine Belastung eintritt, wenn man länger konzentriert mit ihr Gespräche führen möchte". Daneben habe der Vorfall vom 20. November auch seelische Spuren hinterlassen. Den Hergang der Tat zu schildern, sei für die 28-Jährige, die vor der Fahrt durch Hameln zudem mit einem Messer attackiert worden sein soll, "ganz schwer". 

Bisher sei seine Mandantin auch noch nicht in der Lage gewesen, bei der auszusagen. "Die Aussage wird aber jetzt zeitnah kommen", sagte der Anwalt dem NDR. Er selbst halte dies wegen der deutlichen und klaren Beweislage zwar nicht zwingend erforderlich, jedoch wolle sich die 28-Jährige auf eigenen Willen hin dazu äußern. 

Für die Frau sei es derzeit wichtig, Kontakt zu ihrem Sohn und ihrer Familie zu haben. Auch freue sie sich über die Anteilnahme vieler Bürger und bedanke sich für die zahlreichen Spenden, die sie erhalten habe. 

Mutmaßlicher Täter schweigt zu Vorwürfen

Der mutmaßliche Täter aus Bad Münder nahe Hameln hat sich indes auch in der Untersuchungshaft bislang noch nicht zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geäußert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung. Bisherigen Ermittlungen zufolge waren er und das Opfer früher ein Paar, lebten trotz des gemeinsamen Sohnes aber schon länger getrennt voneinander. 

Dass die Fahrt am heute dreijährigen Jungen ohne Folgen vorbeigegangen ist, sei unwahrscheinlich, sagte Anwalt von Alvensleben der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Auch hier dürfte es therapeutischen Bedarf geben".


mod
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