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Hoeneß-Steuerskandal: Münchner Kanzlei zeigt Staatsanwaltschaft an

Neuer Wirbel um die Steueraffäre von Uli Hoeneß: Eine Münchner Rechtsanwaltskanzlei hat Strafanzeige gegen die Staatsanwaltschaft gestellt. Zunächst hieß es, die Anwälte handeln im Auftrag von Hoeneß.

Seit Tagen redet die Republik über Uli Hoeneß und seinen Steuerbetrug. Jetzt hat eine Münchner Rechtsanwaltskanzlei mit einer Strafanzeige gegen unbekannte Beamte der Münchner Staatsanwaltschaft für weiteren Wirbel gesorgt. Die Kanzlei begründete ihr Vorgehen damit, dass die Selbstanzeige des Bayern-Präsidenten öffentlich geworden war und damit das Steuergeheimnis verletzt worden sei.

Initiative der Anwälte

Zunächst hatten die Rechtsanwälte den Eindruck erweckt, im Auftrag von Hoeneß zu handeln. Dieses Missverständnis korrigierten sie später und erklärten, die Anzeige sei "allein unsere eigene Initiative". "Wir beobachten schon seit einiger Zeit mit Sorge, dass in manchen Teilen der Staatsanwaltschaften das Selbstverständnis, die objektivste Behörde der Welt zu sein, von dem Wunsch verdrängt zu werden scheint, parteiische Strafverfolgung nach US-amerikanischem Vorbild zu betreiben", begründeten die Anwälte ihre Strafanzeige.

Die Münchner Rechtsanwälte mahnten bei den Ermittlern Objektivität im Fall Hoeneß an und warnten auf Nachfrage vor einem "Sittenverfall". Die Staatsanwaltschaft muss entscheiden, ob sie gegen den Bayern-Präsidenten Anklage erhebt oder ob die Selbstanzeige am Ende doch wie von ihm erhofft strafbefreiend wirken kann.

Die Staatsanwaltschaft München II konnte den Eingang der Anzeige zunächst nicht bestätigen. Sie ermittelt gegen Hoeneß wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Durch einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" war die Steuersünde des 61-Jährigen bekannt geworden.

swd/DPA / DPA