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Horrorhaus in Höxter: Todesopfer mussten Abschiedsbriefe schreiben

Vieles klingt zu schrecklich, um wahr zu sein: Im Kriminalfall von Höxter kommen immer mehr Details ans Licht. So wurden die zwei Todesopfer anscheinend gezwungen, Abschiedsbriefe zu verfassen, wie der "Spiegel" meldet.

Abschiedsbriefe im Horrorhaus von Höxter gefunden

Schrecklich normal: Die Eingangstür zum Horrorhaus in Höxter

C+M+B. "Christus mansionem benedicat", Christus segne dieses Haus. Die Sternsinger haben ihren Segen an der Haustür des schmutzig-weißen Hauses in Höxter hinterlassen. Einmal 2013. Und noch einmal 2015. 2013 soll Annika W. ihren späteren Peiniger Wilfried W. kennengelernt und ihn geheiratet haben. 2014 starb sie in dem inzwischen als Horrorhaus bekannten Zuhause von Wilfried W. und seiner Exfrau Angelika. Welche weiteren furchtbaren Taten die beiden in den vergangenen Jahren hinter der Fassade des so schrecklich normal wirkenden Hauses begangen haben, versucht die eingesetzte Sonderkommission gerade herauszufinden. Bisher wurden zwei Abschiedsbriefe entdeckt, wie der "Spiegel" berichtet. Sie sollen von den zwei bekannten Todesopfern Annika W. und Susanne F. stammen. Die Polizei geht davon aus, dass die Frauen gezwungen wurden, die Briefe zu schreiben. 

Außerdem berichtet der "Spiegel" von einer Tabelle, die die geständige Angelika B. für die Polizei angefertigt hat. In dieser listet sie ausführlich die verschiedenen Misshandlungen und insgesamt sieben Opfer auf. Sich selbst scheint B. nicht nur als Täterin, sondern auch als Opfer zu sehen. Ihr Name ist einer der sieben. 

Vier Blätter voller Qualen

Schlagen und treten, Essensentzug, Fesseln, würgen, heißes Bügeleisen: Die Beschreibung der verschiedenen Formen der Misshandlung soll sich laut "Spiegel" über drei DIN-A4-Blätter ziehen. Die 47-jährige Gärtnerin hat außerdem notiert, ob sie oder Wilfried W. die Frauen misshandelt hat. Ihr eigener Name kommt dabei häufiger vor als der ihres Exmannes. Bisher ist noch nicht bekannt, wie das Verhältnis der beiden ausgesehen hat. Es wird davon ausgegangen, dass es nur zum Schein zur Scheidung kam. In Höxter lebten die beiden als Bruder und Schwester, weshalb sich auch niemand über die wechselnden Frauen wunderte, mit denen Wilfried W. gesehen wurde.

Der 46-Jährige schweigt weiterhin zu den Taten. Er soll seit 2011 mehrere hundert Kontaktanzeigen geschaltet haben. Die Polizei geht daher davon aus, dass bestimmt mehr als 100 Frauen in den vergangenen Jahren Kontakt zu Wilfried W. hatten. 15 Frauen haben sich inzwischen bei der Polizei gemeldet, wie der "Spiegel" berichtet. Vielen werde wohl erst jetzt klar, mit wem sie es zu tun hatten.

Und wie knapp sie dem Horror entkommen sind.


vim