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Mobiltelefone gefunden: Höxter-Paar soll Folteropfer gefilmt haben

Die grausigen Misshandlungen von mindestens acht Frauen in einem Haus in Höxter sind von dem tatverdächtigen Pärchen offenbar gefilmt worden. Die Polizei soll Aufnahmen auf Handys gefunden haben.

Das Haus in Höxter, indem das Paar mehrere Frauen gefoltert und getötet haben soll

Das Haus in Höxter, indem das Paar mehrere Frauen gefoltert und getötet haben soll

Die Folterungen von mindestens acht Frauen durch ein Pärchen aus  sind offenbar mit Bildmaterial dokumentiert worden. Die Kriminalpolizei habe rund 15 Mobiltelefone in dem Haus der beiden beschlagnahmt. Darauf seien Aufnahmen von acht Frauen zu sehen, berichtet die "Bild"-Zeitung. Dem Blatt zufolge wurde der weiblichen, geständigen Tatverdächtigen Angelika B. die Fotos vorgelegt. "Sie hat alles bestätigt. Diese Bilder und Videos sind furchtbar. Man sieht leblos wirkende Frauen, die gefesselt und nackt auf dem Boden liegen. Die Auswertung der unzähligen Aufnahmen wird Monate dauern", wird ihr Anwalt zitiert.

Der Rechtsberater von hat sich auch im stern zu den Vorwürfen geäußert. Seine Mandantin sei selbst Opfer des Tatverdächtigen Wilfried W. Der Anwalt berichtet von "Schlägen, Tritten, Kälte, Hunger, Fesselungen. Davon, dass sie manchmal über Nacht angekettet blieb, dass regelmäßig ihre Hand auf die heiße Herdplatte gelegt wurde".


Höxter-Paar auf Polizei-Wache: Ermittlugen laufen 

Die Polizeidirektion Göttingen geht derweil dem Vorwurf nach, niedersächsische Beamte hätten die tödlichen Misshandlungen zweier Frauen in Höxter-Bosseborn möglicherweise verhindern können. Es seien "alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, um den Sachverhalt aufzuklären", sagte Polizeipräsident Uwe Lührig der Deutschen Presse-Agentur.


Der Rechtsanwalt des tatverdächtigen W. hatte im "Westfalen-Blatt" den Vorwurf erhoben, sein Mandant und dessen Ex-Frau hätten bereits 2012 - lange vor dem Tod der Frauen - auffliegen müssen. Sie seien damals mit einem anderen Opfer, das sie anschließend hätten freilassen wollen, zur Polizei in Uslar gefahren, um sich eine Unterschrift der Frau bezeugen zu lassen. Sie habe unterschreiben sollen, dass sie sich freiwillig in dem Haus des Paares aufgehalten habe. Die Polizei habe dies abgelehnt, ohne mit dem Opfer zu sprechen. Andernfalls, so der Anwalt, wäre das Paar wohl schon damals aufgeflogen.

fin / DPA