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Homosexuelle protestieren vor Fastfood-Kette Ein Kuss ist nicht nur ein Kuss


Schöner kann Protest nicht sein: Mit einer Kuss-Aktion haben Homosexuelle gegen die Äußerungen des Chefs einer US-Fastfood-Kette demonstriert. Er kritisierte die Homo-Ehe - aus christlichen Gründen.

Mit einer Kuss-Aktion haben Homosexuelle in den USA gegen die öffentliche Ablehnung der Homoehe durch die Fastfood-Kette Chick-Fil-A protestiert. Schwule und lesbische Paare veranstalteten am Freitagabend ein "Kiss-in" vor vielen der insgesamt 1600 Schnellrestaurants der Kette. Deren Chef hatte zuvor in Interviews gegen die Homo-Ehe gewettert.

Die Organisatoren hatten auf sozialen Netzwerken im Internet zu der Kuss-Aktion aufgerufen. Allein auf Facebook meldeten sich mehr als 14.000 Menschen zu den Protestaktionen an, um gegen die umstrittenen Äußerungen des Firmenchefs von Chick-Fil-A zu demonstrieren. Dan Cathy hatte Mitte Juli gesagt, die USA zögen mit der Anerkennung der Homoehe das "Urteil Gottes" auf sich.

"Es hat nichts damit zu tun, gegen die Religions- oder Meinungsfreiheit zu sein", sagte der 35-jährige Innenarchitekt Bryan McIlroy bei der Kuss-Aktion vor einer Filiale in Hollywood. "Ich bin hier, weil ich schwul bin und nicht glaube, dass es richtig ist, irgendeine Form von Hass zu unterstützen."

Auch vor einem Chick-Fil-A-Restaurant in Dallas versammelten sich Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe. "Wir wollen dem ganzen Land und der Firma Chick-Fil-A zeigen, dass unsere Liebe genauso zulässig, genauso echt und genauso gut ist wie heterosexuelle Liebe", erklärte Veranstalterin Carly McGehee.

Hühnchen und christliche Werte

Die Fastfood-Kette Chick-Fil-A ist in den USA ebenso für ihre Hühnchen-Sandwiches wie für ihr Eintreten für christliche Werte bekannt: Die über 1600 Restaurants, die vor allem im tiefgläubigen Süden der USA zu finden sind, haben traditionell am Sonntag geschlossen. Homosexuellen-Aktivisten werfen dem Unternehmen vor, Million Dollar für die Kampagnen von konservativen christlichen Gruppen gegen die Homo-Ehe gespendet zu haben.

Nur zwei Tage vor der Kuss-Aktion hatten sich #link; US-Fastfood-Kette ;Gegner der Homo-Ehe demonstrativ hinter die Hähnchenbraterei# gestellt und waren reihenweise zum Essen in die Schnellrestaurants zu kommen. Von den Protesten der Homosexuellen zeigte sich die Kette denn auch unbeeindruckt. Chick-Fil-A freue sich "über alle unsere Kunden" und bediene sie jederzeit gerne, hieß es in einer Erklärung.

Die gleichgeschlechtliche Ehe ist bislang in sechs US-Bundesstaaten erlaubt. Gesellschaftlich ist das Thema aber weiter hochumstritten - auch im Präsidentschaftswahlkampf. US-Präsident Barack Obama hatte sich im Mai erstmals offen für eine Legalisierung der Homo-Ehe ausgesprochen. Sein republikanischer Herausforderer Mitt Romney ist gegen die Eheschließung von Homosexuellen.

lea/AFP AFP

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