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"Hooligans gegen Salafisten": Demo-Video dokumentiert Gewalt-Eskalation

Bei der Hooligan-Demo in Köln sind auch viele Rechtsextreme mitmarschiert. Ein Video gibt die radikal aufgeheizte Stimmung wieder und zeigt, aus welchen Ecken die Teilnehmer kamen.

Diese Demonstrantin sagt im Video der deutschen Ausgabe des Magazins "Vice", sie habe keine Ahnung, was der antisemitistische Aufdruck auf ihrem T-Shirt aussagen soll

Diese Demonstrantin sagt im Video der deutschen Ausgabe des Magazins "Vice", sie habe keine Ahnung, was der antisemitistische Aufdruck auf ihrem T-Shirt aussagen soll

Sie trägt ein schwarzes T-Shirt, dessen Aufdruck an das Logo einer amerikanischen Universität erinnert: "Auschwitz University", steht darauf. Angesprochen auf die geschmacklose und antisemitische Anspielung auf das Konzentrationslager weicht sie aus, sagt: "Gute Frage, das hat mein Mann gemacht. Ich habe keine Ahnung."

Keine Ahnung, aber antisemitische Sprüche auf dem T-Shirt – auf einer Demonstration, die sich gegen Salafisten richten soll. Mit der Kundgebung "Hooligans gegen Salafisten" (HoGeSa) wollten sich gewaltbereite Fußballfans politisch geben. Zuspruch fand die Aktion vor allem im rechtsextremen Lager.

Ein Video der deutschen Ausgabe des Magazins "Vice" gibt die Stimmung am Sonntag in Köln eindrücklich wieder. Zu sehen sind viele Männer in schwarzen Pullovern, Kuttenträger, Deutschlandfahnen und in die Höhe gereckte rechte Arme. Fast die ganze Zeit zu hören: aggressive Sprechchöre wie "Wir wollen keine Salafisten-Schweine" und „Deutsche Presse, auf die Fresse“ sowie Lieder der Hooligan-Band Kategorie C aus Bremen.

Die gefährliche Mischung aus prügelnden Fußballfans und Rechtsextremen habe sich seit seit einer Weile angebahnt, sagen Experten. In Köln ist sie zum ersten Mal offensichtlich geworden. "Erschreckend", und "grausam", sagt ein Mann mit rheinländischem Zungenschlag über die Veranstaltung. Er ist einer der wenigen bürgerlich aussehenden Teilnehmer, die in dem Video zu sehen sind.

Die Polizeit spricht inzwischen von 4800 gewaltbereiten Fans und Rechtsextremisten, die am Sonntag durch Köln zogen und sich Straßenschlachten mit den Einsatzkräften lieferten. Die nordrhein-westfälische Landesregierung will ähnliche Treffen künftig gerichtlich verbieten. Jedoch wurde eine ähnliche Demonstration in Hamburg angemeldet und auch in Berlin soll eine Aktion geplant sein.

haw / print
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