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Horn von Afrika: Deutsche Marine rettet Briten vor Piraten

Ein deutscher Hubschrauber der Marine hat drei Briten vor somalischen Piraten am Horn von Afrika gerettet. Nachdem die Piraten einen unter liberianischer Flagge fahrenden Chemietanker in ihre Gewalt gebracht hatten, waren die Wachleute des Schiffes über Bord ins Wasser gesprungen.

Ein Hubschrauber der Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" hat am Freitag am Horn von Afrika drei Menschen aus dem Meer gerettet, die nach einer Attacke von Piraten auf ein liberianisches Schiff über Bord gesprungen waren. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte in Berlin, nach einem Notruf sei die deutsche Fregatte in das entsprechende Seegebiet geschickt worden. An Bord des liberianischen Schiffes waren zahlreiche Besatzungsmitgliedern aus Indien und Bangladesch. Drei britische Wachleute waren es, die sich mit einem Sprung ins Wasser retten konnten.

Wie der Ministeriumssprecher mitteilte, war vor der somalischen Küste zunächst die französische Marine dem Tanker "Biscaglia" nach einem Notruf des Kapitäns zu Hilfe gekommen. Gleichzeitig wurde die deutsche Marine, die sich innerhalb des US-geführten Anti-Terrorkampfes Enduring Freedom in der Region aufhielt, um Beistand gebeten. Als der Bordhubschrauber eintraf, seien die Piraten schon an Bord gewesen.

Vor der Küste Somalias gab es seit Jahresbeginn fast 100 Überfälle von Piraten. Sie halten unter anderem einen mit Rohöl im Wert von 100 Millionen US-Dollar beladenen saudiarabischen Super-Tanker fest.

Ein vor mehr als zwei Monaten entführtes griechisches Schiff und seine Besatzung wurde mittlerweile freigegeben. Das teilte das griechische Handelsmarineministerium mit. Der unter der Flagge von Malta fahrende Frachter "Centauri" war am 18. September vor der Küste Somalias gekapert worden. Die 25 Besatzungsmitglieder seien am Donnerstag unversehrt freigekommen, erklärte das Ministerium.

Um die Piraterie vor der Küste Somalias einzudämmen, will Außenminister Frank-Walter Steinmeier möglichst bald die deutsche Marine einsetzen. In den nächsten Tagen sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Wegen unerwarteter Änderungswünsche der USA an der UN-Sicherheitsratsresolution zur Piraten-Bekämpfung am Horn von Afrika entscheidet die Bundesregierung nun aber voraussichtlich erst am 10. Dezember über die deutsche Beteiligung an der EU-Mission.

Das Auswärtige Amt teilte am Freitag in Berlin mit, die USA wollten überraschend "nicht näher spezifizierte inhaltliche Modifikationen" der Resolution, die am 2. Dezember ausläuft. Das Kabinett wollte möglichst am 3. Dezember über den Bundeswehreinsatz entscheiden. Die EU-Mission soll am 8. Dezember starten. Regulär kann der Bundestag frühestens am 18. Dezember einen Beschluss fassen.

DPA/AP / AP / DPA