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Irland: Im Horror-Heim von Tuam ließen Nonnen Hunderte Babys wie Müll wegwerfen

Es ist ein besonders finsteres Kapitel der irischen Geschichte. In einem Heim für ledige Mütter im Städtchen Tuam starben fast 800 Kinder. Umfassende Untersuchungen laufen. Experten glauben, der Fall könnte nur die Spitze des Eisbergs sein.

Massengrab für 800 Babys im irischen Tuam: Grüner Rasen, umgeben von einer Mauer mit einem Tor mit weißem Kreuz

Als Grab gesegnet, als Gedenkstätte gestaltet: Unter dieser Fläche sollen die Überreste von fast 800 Babys liegen

Die westirische Kleinstadt Tuam im County Galway gilt als eher beschaulicher Ort. Die bunten Häuser der Hight Street drängen sich aneinander. Bekannt ist das knapp 3000-Einwohner-Städtchen für zwei der typisch-irischen historischen Hochkreuze, die schon um 1150 hier errichtet wurden. Wie es heißt, gibt es unter Einheimischen einen beliebten Spruch: "Wenn eine Person aus Tuam stirbt und zum Himmelstor kommt, dann wird der Engel sagen: 'Dir wird es hier nicht gefallen, denn es ist nicht Tuam.'"

Ein Satz, der wie Hohn klingt. Denn für viele alleinstehende Mütter und ihre Kinder war dieser Ort vor etwa 55 Jahren nichts anderes als die Hölle auf Erden. In dem scheinbar so unscheinbaren Städtchen wurden Unverheiratete in einem Mutter-Kind-Heim gedemütigt, als Arbeitskräfte ausgebeutet und ihre toten Kinder buchstäblich wie Abfall verscharrt. 

1975: Erster Fund in Tuam, keine Untersuchung

Gerüchte und Indizien für diesen menschlichen Abgrund gab es schon länger. 1975 entdeckten zwei Jungen unter einer zerbrochenen Betonplatte in einer früheren Klärgrube sogar etliche Kinderskelette, doch näher untersucht wurde die Sache damals nicht, sondern das vermeintliche Grab lediglich durch einen Priester gesegnet. Erst jetzt, am vergangenen Freitag, gab eine offizielle Untersuchungskommission bekannt, dass Ermittler auf dem Grundstück des Heims ein Massengrab mit zahllosen Kinderleichen entdeckt hätten.

Und diese Entdeckung zeigt das ganze Ausmaß des Horrors, der damals in dem Heim herrschte. Die Experten fanden in 17 von 20 unterirdischen Kammern menschliche Überreste in "erheblichen Mengen" - Föten ab der 35. Schwangerschaftswoche und Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren, so die Kommission. Die Einrichtung, um die es geht, war das "St. Mary's Mother and Baby Home", das von 1925 bis 1961 von Nonnen betrieben. Die gefundenen Leichen stammen Untersuchungen zufolge höchstwahrscheinlich aus dieser Zeit. Die Nonnen gehörten dem 1824 gegründeten katholischen Pflege-Orden The Sisters of Bon Secours an. Da die Nonnen aus der fraglichen Zeit nicht mehr leben, hat der Orden die Aufklärung des Skandals bisher nicht aktiv unterstützt.

Blick auf das Rathaus von Tuam

Scheinbar unscheinbar: Nichts deutet am Rathaus von Tuam auf den Horror hin, der sich einst in einem Mutter-Kind-Heim in dem irischen Städtchen ereignete.


Historikerin bringt den Fall ins Rollen

Kinder, die in der Einrichtung starben, wurden einem ehemaligen Heimbewohner zufolge "wie Müll" weggeworfen. "Es gab Hunderte Kinder in dem Heim. In meinen Augen war das wie eine Kaninchenkolonie", sagte der Mann dem "Irish Mirror". Die Kinder litten, wie er selbst auch, unter vielen Krankheiten. Er wurde 1947 in dem Heim geboren, von seiner Mutter getrennt und zur Adoption freigegeben. Ein anderer ehemaliger Bewohner des Heims berichtete der Zeitung "Irish Times", seine Mutter habe ein Jahr lang wie eine Sklavin für die Nonnen arbeiten müssen. Mutter und Sohn fanden sich erst 2010 wieder.

Massengrab mit 800 Kinderskeletten: Dunkle Vergangenheit holt Irland ein

Den Fall ins Rollen brachte die Historikerin Catherine Corless (62) schon 2012 mit einem Artikel in der Lokalzeitung. Sie entdeckte im Sterberegister Einträge für fast 800 Kinder, genauer gesagt: 796, die im Laufe der 36 Jahre in dem Heim gelebt hatten. Aber nur für ein einziges Kind konnte sie nachweisen, dass es beerdigt worden war. Wo waren die anderen? Als sie der Sache auf dem Grundstück des Heims habe nachgehen wollen, sei sie auf eine Mauer des Schweigens gestoßen: "Warum machst du das?", sei sie gefragt worden. "Wenn da Leichen sind, dann lass' sie doch dort liegen." Viele hätten Bescheid gewusst, aber alles verheimlicht, sagte Corless dem "Irish Mirror".

Berichten zufolge haben viele Anwohner geglaubt, dass es sich bei früheren Knochenfunden um Opfer der irischen Hungersnot im 19. Jahrhundert handeln müsse. Nach der Veröffentlichung der ersten Ergebnisse von den Grabungen steht nun aber zweifelsfrei fest: Die Knochen sind nur wenige Jahrzehnte alt. "Das sind sehr traurige und beunruhigende Nachrichten", teilte die für Kinder zuständige Ministerin Katherine Zappone mit.

Das Beunruhigende: "St. Mary's" ist überall

So grauenvoll die Geschichte des "St. Mary's"-Heim auch ist, Tuam ist allem Anschein nach kein Einzelfall. Im Gegenteil: Experten glauben, dass sich hier nur die Spitze des Eisbergs zeigt. Die Republik Irland arbeitet mit Hilfe einer Kommission seit drei Jahren landesweit die Geschichte von Heimen für ledige Mütter und deren Kinder auf. Auch Filme wie "The Magdalene Sisters" aus dem Jahr 2002 widmeten sich bereits diesem düsteren Kapitel der Geschichte des erzkatholischen Irlands. Er behandelt die Zustände in den berüchtigten "Magdalen-Laundries" (Magdalenen-Wäschereien), jenen Heimen und Häusern der Magdalenen, die eigentlich als Besserungsanstalten für Prostituierte gegründet wurden, in denen aber auch ledige Mütter wie Sklavinnen in den Wäschereien schuften mussten. Zehntausende sollen in solchen Einrichtungen untergebracht worden sein. Auch in diesen Unterkünften war die Sterblichkeit der Kinder oft erhöht. 

Auch im benachbarten Nordirland herrschten schreckliche Zustände in ähnlichen Einrichtungen, etwa in Kinderheimen. "Es gibt Beweise für sexuelle, körperliche und emotionale Misshandlung", sagte der Präsident einer Untersuchungskommission kürzlich bei der Vorstellung eines Reports. Die Experten hatten Fälle aus den Jahren 1922 bis 1995 in Einrichtungen der Kirche, des Staates und von Wohlfahrtsverbänden untersucht. Demnach haben die Einrichtungen teilweise lange versucht, ihren Ruf zu schützen - und die Täter. Dazu zählten Priester und Nonnen, die ihre Schützlinge körperlich und emotional missbrauchten.

Gedenktafel für die getöteten Babys aus dem Mutter-Kind-Heim im irischen Tuam

"In Erinnerung an jene, die hier begraben sind": Unbestimmte Inschrift für die knapp 800 Babys, die im Mutter-Kind-Heim von Tuam ums Leben kamen.


Liegen unter einem Spielplatz weitere Leichen?

Und wie geht es weiter im irischen Tuam? Hier werden die wissenschaftlichen Untersuchungen fortgesetzt, auch um die Todesursachen zu klären, kündigte Ministerin Zappone in einer Mitteilung an. Befürchtet wird: Unter einem neuen Kinderspielplatz auf dem Grundstück von "St. Mary's" könnten weitere Leichen liegen.

Hört man auf Paul Redmond, den Vorsitzenden der Überlebenden-Vereinigung "Coalition of Mother and Baby Home Survivors", "kommt das Schlimmste erst noch". Die Details aus den großen Heimen von St. Patrick's, Bessborough und der Abtei in Sean Ross müssten noch offengelegt werden. Er glaubt, dass allein in diesen drei Einrichtungen Tausende Kinder und Babys in "Schuhkartons und Lumpen beerdigt wurden", sagt er der irischen News-Site "The Journal". Mehr noch: Redmond schätzt, dass in insgesamt neun Heimen über Jahrzehnte hinweg nicht weniger als 6000 Kinder umgekommen sind.

dho/Silvia Kusidlo / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(