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Echte Clowns stinksauer: Sogar Stephen King hat die Nase voll von der Horrorclown-Hysterie

Die Übergriffe von Gruselclowns machen der Zirkusbranche Sorgen. Auch Spaßmacher, die therapeutisch arbeiten, sind stinksauer auf die ungeliebten Schock-Kollegen. Selbst Stephen King, Schöpfer des Horrorclowns "Pennywise", hat wohl genug von dem fragwürdigen Trend.

Mann im Kostüm Horrorclown Pennywise - nach der Figur von Stephen King

Ein Mann posiert als Horrorclown Pennywise - der von Stephen King erschaffenen Figur. Auch der Schriftsteller ist vom sogenannten Killer-Clown-Trend genervt.

Nach mehreren Übergriffen von sogenannten Horrorlowns auf Passanten befürchten professionelle einen Imageschaden. "Durch die Attacken wird der Clown immer mehr zum Angstobjekt", sagte der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Zirkusunternehmen, Dieter Seeger, der Deutschen Presse-Agentur. "Mit einem Clown soll eigentlich Spaß, Freude und Tollpatschigkeit assoziiert werden. Über ihn soll man lachen."

Warum die Maskierten sich für ein Clownskostüm entscheiden, kann Seeger nur vermuten: "Möglicherweise hat das mit einigen Kinofilmen zu tun, in denen der Bösewicht als Clown auftritt - zum Beispiel bei ." Das weiß geschminkte Gesicht, die rote Nase und das breite Grinsen seien dann nur noch gruselig. Gerade auf Kinder wirke sich das traumatisch aus. "Viele moderne Clowns im Zirkus verzichten mittlerweile auf die weiße Gesichtsfarbe und Maske und setzen eher auf lustige Kleidung."

Horrorclowns: Wirre Menschen, grotestker Abklatsch

Die professionellen Clowns sind sauer und stellen klar: "Gruselclowns sind keine Clowns. Es sind wirre Menschen, die ihre destruktiven Neigungen auf diese armselige Art ausleben wollen." In einer Mitteilung des Dachverbands Clowns in Medizin und Pflege Deutschland heißt es weiter: "Sie sind weder komisch noch beeindruckend, sondern ein grotesker Abklatsch einer zutiefst menschlichen, positiven Freude an der Anarchie."

Auch der Geschäftsführer des Vereins Rote Nasen , Claus Gieschen, betonte in Berlin: "Wer Kinder und Erwachsene erschrickt und sich dabei hinter einer Maske verbirgt, richtet nicht nur seelischen Schaden bei den Betroffenen an, sondern beschädigt das Bild von Clowns in der Öffentlichkeit." Der therapeutische Einsatz von Clowns in Krankenhäusern sei wegen der Gruselwelle gefährdet.

"Roncalli"-Direktor Paul: Ein Fall für die Polizei

Der Direktor des Zirkus "Roncalli", Bernhard Paul, prophezeite in der österreichischen "Kronen Zeitung", die Grusel-Clowns würden "so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind". Paul sagte weiter: "Die Kostümierung dieser Gestalten ist die eine Sache. Dass sie sich ungestraft Clowns nennen, ist die andere. Aber wenn sie dann auch noch mit Sägen und Knüppeln auf Leute losgehen, dann sind es Kriminelle, dafür ist die Polizei zuständig."

In den USA und zahlreichen anderen Ländern machen Gruselclowns schon seit einiger Zeit die Straßen unsicher - zuletzt mehrten sich auch Berichte über Gruselclowns in Deutschland. Als Videos tauchen die makabren Streiche oft im Internet auf. Inzwischen ist es selbst zuviel. Der US-Horrorautor hatte mit dem Roman "Es", in dem der böse Clown "Pennywise" reihenweise Kinder tötet, 1986 einen Bestseller gelandet. King schrieb rief diesen Monat via Facebook und Twitter zur Gelassenheit auf: "Liebe Leute, macht endlich mal halb lang mit dieser Clown-Hysterie. Die meisten von ihnen sind gut, heitern Kinder auf und bringen Menschen zum Lachen."


Bleibt zu hoffen, dass sich das Ärgernis nach Halloween (die Nacht vom 31. Oktober zum 1. November) erledigt hat.


dho / DPA